Sinn: Euro-Zone muss entschuldet und neu konstruiert werden. „Was wir brauchen, ist ein großer Schuldenschnitt für die Staatsschulden, die Bankschulden und die Target-Schulden der Euro-Krisenländer - Und einige Mitglieder werden die Währungsunion dann auch verlassen müssen“
Ifo-Chef Hans-Werner Sinn fordert einen Schuldenschnitt für die Euro-Krisenländer sowie den Ausschluss einiger Länder aus der Eurozone. „Was wir brauchen, ist ein großer Schuldenschnitt für die Staatsschulden, die Bankschulden und die Target-Schulden der Euro-Krisenländer. Darüber sollte auf einer großen Konferenz verhandelt werden“, fordert der ifo-Präsident in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Nach einem solchen Schuldenschnitt können wir die Euro-Zone nach Regeln, die besser funktionieren als die alten, neu konstruieren. Und einige Mitglieder werden die Währungsunion dann auch verlassen müssen“, so der ifo-Chef weiter.
Gleichzeitig warnt Sinn vor weiteren Hilfsangeboten. „Die ganze Rettungsarchitektur mit dem ESM und der Ankündigung der EZB, notfalls Staatsanleihen aufzukaufen, führt dazu, dass sich die Krisenländer noch weiter verschulden“, warnt der ifo-Präsident. „So lösen wir zwar für den Augenblick ein Problem, schaffen aber gleichzeitig ein viel größeres, das dann irgendwann nicht mehr beherrschbar ist. Wenn es dann knallt, knallt es richtig“, sagt Sinn.
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