AfD will anonymen Parteikritiker enttarnt haben. Ein „Alternative Newsletter“ hatte in der Vergangenheit immer wieder mit der Veröffentlichung von brisanten Parteiinterna für Aufsehen gesorgt. „Die AfD wird nun unter allen rechtlichen Gesichtspunkten weitere Schritte prüfen“
Der Bundesvorstand der „Alternative für Deutschland“ (AfD) will einen der Urheber der anonymen parteikritischen Internetplattform „Alternativer Newsletter“ enttarnt haben. In einem Rundschreiben des Bundesvorstands, das am Donnerstagabend versendet werden soll und dessen Entwurf der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) vorliegt, heißt es, eine beauftragte IT-Sicherheitsfirma habe den Urheber ausfindig gemacht. Es gebe einen „Tatverdacht gegen ein namentlich bekanntes ehemaliges AfD-Mitglied“, heißt es in dem Schreiben. „Diese Person handelt nach unserer Auffassung als Einzelperson“. Das Schreiben nennt Merkmale, die für kundige Parteimitglieder eine Identifizierung des Verdächtigen möglich machen. Der Name liegt der F.A.Z. vor. „Die AfD wird nun unter allen rechtlichen Gesichtspunkten weitere Schritte prüfen“, heißt es in dem Rundschreiben des Bundesvorstandes.
Der „Alternative Newsletter“ hatte in der Vergangenheit immer wieder mit der Veröffentlichung von brisanten Parteiinterna für Aufsehen gesorgt. So hatte er über zwei Kredite eines Hamburger Reeders an die AfD vor der Bundestagswahl berichtet und eine geplante Satzungsänderung, die Bernd Lucke eine Kandidatur für den alleinigen Parteivorsitz ermöglicht hätte, öffentlich gemacht. Vor dem Hintergrund des polemischen Tonfalls des Newsletters hatten nach Informationen der F.A.Z. mehrere Parteimitglieder, darunter auch die Bundesvorsitzende Frauke Petry, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung gestellt.
Einer der Urheber des „Alternativen Newsletters“ hatte sich der F.A.Z. zuvor schon zu erkennen gegeben und über die Praktiken des Netzwerks berichtet, schreibt das Blatt in seiner Freitagsausgabe. Er hatte behauptet, selbst im Bundesvorstand und in der Bundesgeschäftsstelle über Quellen zu verfügen. Die Parteiführung hatte dies gegenüber der F.A.Z. jedoch bestritten. Dieser Urheber des „Alternativen Newsletters“ war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
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