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Maut für alle

Debatte um Sonderabgabe für Autofahrer hält an – Albig verteidigt Vorstoß – Bayerns Verkehrsminister will Zweckbindung der Kfz-Steuer – Bauindustrie fordert Notprogramm und Maut für alle 

 

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat seinen Vorstoß für eine Sonderabgabe zugunsten des maroden deutschen Straßennetzes erneut verteidigt. „Wir geben mehr aus als wir haben“, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin FOCUS. „Der riesige Schattenhaushalt verfallender Infrastruktur wächst erschreckend schnell.“ Er sei offen für alternative Finanzierungsvorschläge. „Nur eines darf nicht geschehen: Dass die Politik weiter die Augen verschließt und schläft. Wir müssen unsere Augen endlich öffnen und handeln.“

Bayerns Verkehrs- und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verlangte in FOCUS, dass der „Bund die Einnahmen aus der Kfz-Steuer ausschließlich und zweckgebunden für die Straßeninfrastruktur“ verwenden soll. Das wäre – gemessen am heutigen Aufkommen –ein jährliches Plus von gut 40 Prozent bei den Verkehrsinvestitionen.

Die Deutsche Bauindustrie forderte ein Notprogramm für die Sanierung von Brücken und Straßen. Ihr Hauptgeschäftsführer Michael Knipper sagte FOCUS: „Trotz bester Steuereinnahmen geben wir Geld für alle möglichen sozialen Wohltaten wie Mütterrente und Rente mit 63 aus. Für die Verkehrswege der künftigen Generationen ist dann nichts mehr da.“ Eine Umverteilung im Haushalt von konsumtiven zu investiven Mitteln sei nicht mehr zu erwarten. Daher sei die Bauindustrie für eine Nutzerfinanzierung des Verkehrs „über die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen und die Einführung einer europakonformen Pkw-Maut – letztlich endlich eine für alle Autofahrer“.

 

Umfrage: Deutsche gegen Sonderabgabe für Autofahrer – Ablehnung bei SPD-Anhängern besonders hoch

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen hält wenig von einer Sonderabgabe der Autofahrer für die Sanierung der Straßen, wie sie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ins Spiel gebracht hatte. Nach einer Emnid Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins FOCUS sind 79 Prozent der Befragten gegen eine solche Sonderabgabe und nur 18 Prozent dafür.

Besonders stark ist die Ablehnung bei Anhängern der SPD. Hier sind 89 Prozent dagegen, im Vergleich zu 78 Prozent bei Anhängern der Unionsparteien oder 77 Prozent bei denen der Grünen.

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte am 14. und 15. April für FOCUS 1004 repräsentativ ausgewählte Personen.

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