Gold-Silber-Verhältnis steigt auf höchstes Niveau seit August 2010. Noch schwächer als Gold entwickelte sich zuletzt Silber, welches mit knapp unter 19 USD je Feinunze auf dem niedrigsten Stand seit Ende Dezember 2013 notiert.
Von Commerzbank Commodity Research
Im bisherigen Wochenverlauf hat sich Gold um rund 1,5% auf gut 1.280 USD je Feinunze verbilligt. Der Goldpreis profitiert somit nicht von den in den letzten Tagen gefallenen US-Realzinsen. Zwar stagnierte die US-Wirtschaft im ersten Quartal, was aber auf den ungewöhnlich harten Winter zurückzuführen ist. Für das laufende Quartal ist mit einer deutlichen Wachstumsbeschleunigung zu rechnen.
Die US-Notenbank fährt in Anbetracht dessen ihre Anleihekäufe wie erwartet um weitere 10 Mrd. USD pro Monat zurück. Folglich lässt die Anziehungskraft der Edelmetalle als sicherer Hafen trotz Ukraine-Krise nach, was sich auch in Abflüssen aus den Gold-ETFs widerspiegelt. Deren Bestände verringerten sich im Wochenverlauf um fast 8 Tonnen.
Noch schwächer als Gold entwickelte sich zuletzt Silber, welches mit knapp unter 19 USD je Feinunze auf dem niedrigsten Stand seit Ende Dezember 2013 notiert. Das Gold-Silber-Verhältnis hat mit knapp 68 den höchsten Stand seit August 2010 erreicht, was offensichtlich ETF-Anleger anlockte. So verzeichnete der weltgrößte Silber-ETF, iShares Silver Trust, gestern Zuflüsse von 131,5 Tonnen. Da Silber stark durch die Industrienachfrage getrieben wird, sollte sich dies bei einer positiven Entwicklung der Weltkonjunktur mittelfristig auch wieder unterstützend auf den Silberpreis auswirken.



