Was darf man in Talkshows sagen und was nicht? Kriegen die Gäste vorher einen Maulkorb? Plasberg instruierte bei "hart aber fair" EU-Kritiker Broder, nichts zum erschlichenen Tagegeld von EU-Boss Schulz zu sagen. Folgte Plasberg damit SPD-Vorgaben?
"Hart aber fair" mit dem Titel: "Die Euro-Klatsche: EU-Gegner vor dem Triumph?" Offene harte Diskussion? Fehlanzeige. Die ARD, die Aussenstelle der Brüsseler Propaganda-Abteilung, muss ihre Zuschauer offenbar auf EU- und Euro-Kurs trimmen. Schon in der letzten (Mai 2013) Sendung von "hart aber fair" zum Thema "Euro" wurden Kritiker in die rechte Ecke diffamiert, unliebsame Umfragen (gegen Euro) einfach unter den Teppich gekehrt, zensiert.
Das reicht offenbar nicht. Nun berichtet Henryk M. Broder ("EU ist wie Geiselhaft"), dass er vor der Sendung am vergangen Montag zu Plasberg gebeten wurde. Dieser habe ihm praktisch Instruktionen erteilt, was in der Sendung gesagt werden darf und was nicht. Laut Broder ging es um den Fall des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), der bekanntlich Anwesenheitsgelder für's EU-Parlament erschlichen hat, obwohl er für die SPD unterwegs war (303 Euro pro Tag, steuerfrei).
Laut Broder bat Plasberg ihn ausdrücklich, zu diesem kriminellen Vorgehen nichts zu sagen.
Broder in der Welt:
Etwa eine halbe Stunde vor Beginn bat mich Plasberg in seine Garderobe. Er habe den Artikel über Schulz und die Tagegelder gelesen, und er nehme an, dass ich über diese Geschichte im Laufe der Talkshow etwas sagen wollte. Ich sagte, er liege mit seiner Annahme richtig. Worauf Plasberg zu einer längeren Erklärung ansetzte. Es sei ihm unangenehm, aber er möchte mich bitten, diese Sache nicht anzusprechen.
Es habe bereits im Vorfeld der Sendung Ärger mit der SPD gegeben, die sich darüber beschwert habe, dass kein Vertreter der SPD eingeladen worden sei. Da nun kein SPD-Mann und keine SPD-Frau in der Runde säße, wäre es nicht fair, über Schulz zu reden, ohne dass ihm ein Parteifreund beistehen könnte.
Der ungeheure Vorgang zeigt klar, dass in ARD-ZDF-Talkshows nur vordergründig kontrovers diskutiert wird. Es sieht vielmehr danach aus, dass poltische Zielvorgaben erfüllt werden müssen. Ein Anruf von "oben" genügt, und schon kuschen die Moderatoren, die sich - wie Plasberg - ansonsten lautstark damit rühmen richtig "hart" zu sein. Alles nur Show. Alles nur Propaganda. Der Fall Plasberg gehört damit vor den Deutschen Presserat. ARD und ZDF sind nicht dazu da, Vorgaben von Parteien umusetzen. Das widerspricht klar dem Programmauftrag. Die Realität sieht allerdings anders aus.



