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Deutsche Bank Chef empfiehlt Staatsanleihen

Deutsche-Bank-Chef Jain: Deutsche legen ihr Geld zu konservativ an. "Wenn Sie mich als Privatperson fragen, würde ich einen Teil des Geldes in Festzins-Papiere von Ländern mit vergleichsweise hohen Zinsen stecken".

 

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Anshu Jain, ist der Ansicht, dass die Bundesbürger ihr Geld zu konservativ anlegen und warnt vor den Folgen der niedrigen Zinsen für die Lebensversicherungen. "Es ist zu befürchten, dass die Policen im Alter nicht mehr das abwerfen werden, was bei Vertragsabschluss noch erwartet wurde", sagte Jain im Interview mit der "Bild-Zeitung".


In diesem Zusammenhang kritisierte er die Anlagestrategie der Bundesbürger: "Die Deutschen legen ihr Geld zu konservativ an. In vielen Fällen verlieren sie sogar Vermögen, weil die Inflation die Zinsen mehr als auffrisst", so Jain. "Daher sollten die Sparer hierzulande auf die extrem niedrigen Zinsen reagieren und ihr Geld anders als bisher anlegen."

Jain, der seit 2012 gemeinsam mit Jürgen Fitschen an der Spitze der Deutschen Bank steht, empfiehlt unter anderem Investitionen in Staatsanleihen. "Wenn Sie mich als Privatperson fragen, würde ich einen Teil des Geldes in Festzins-Papiere von Ländern mit vergleichsweise hohen Zinsen stecken", sagte Jain. "Einen weiteren Teil würde ich in Aktien und Aktienfonds anlegen. Außerdem würde ich über einen Fonds in Beteiligungen zum Beispiel an Immobilien investieren."

Eine schnelle Zinswende in Europa erwartet Jain nicht. "Wir rechnen mit einer schrittweisen Trendwende, zuerst in den USA", so Jain. "Dort erwarten wir, dass die Zinsen bis Ende 2015 langsam beginnen, sich zu normalisieren", erläuterte der Deutsche-Bank-Chef. "Für die Eurozone erwarten wir für die nächsten zwei bis drei Jahre weiterhin historisch niedrige Zinsen", sagte Jain und stellte ein weiteres Absenken der Zinsen in Aussicht: "Eine Senkung auf null Prozent in den kommenden Monaten würde uns nicht überraschen. Aber derzeit rechnen wir nicht mit negativen Zinsen für Bankeinlagen bei der EZB."
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