In den vergangenen Wochen hatte sich Weidmann konzilianter in die Debatte eingebracht. Einen Kurswechsel sieht der Bundesbank-Chef darin aber keineswegs: „Die gegenwärtige Diskussion ist nicht mit der aus dem Sommer 2012 zu vergleichen", sagte er dem Handelsblatt. "Wir sprechen heute über eine Reaktion der Geldpolitik auf ein mögliches Verfehlen ihres Primärziels, der Preisstabilität." Das sei eine ganz andere Situation als die damals, in der die EZB als vermeintlich letzter handlungsfähiger Akteur gedrängt wurde, die Zusammensetzung des Euro-Raums zu garantieren, indem sie die Finanzierungskosten einzelner Staaten drückt.
Auch seine Haltung bezüglich des Ankaufs von Staatsanleihen habe sich nicht verändert: "Anleihekäufe sind nicht grundsätzlich verboten, ihnen sind aber durch die Europäischen Verträge enge Grenzen gesetzt. Wenn die Notenbank ins Schlepptau der Politik oder der Märkte gerät, wird es für sie langfristig schwer, Preisstabilität zu gewährleisten“, warnte Weidmann.



