Chinesische Netto-Goldimporte aus Hongkong im April auf 14-Monatstief gefallen. Ohne eine Belebung der zuletzt verhaltenen physischen Nachfrage in Asien droht dem Goldpreis ein weiterer Rückgang.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis ist am Morgen auf gut 1.280 USD je Feinunze gefallen und handelt damit am unteren Ende der seit Mitte Mai bestehenden Handelsspanne. Ein Herausfallen aus dieser Spanne könnte für Anschlussverkäufe sorgen. Ohne eine Belebung der zuletzt verhaltenen physischen Nachfrage in Asien droht dem Goldpreis ein weiterer Rückgang. Entsprechend ist der Fokus auf die beiden wichtigsten Nachfrageländer China und Indien gerichtet.
Laut soeben von der Hongkonger Statistikbehörde veröffentlichter Daten hat China im April per Saldo lediglich 67 Tonnen Gold aus der ehemaligen britischen Kronkolonie importiert. Das waren 21% weniger als im Vormonat und stellte zugleich den niedrigsten Monatswert seit Februar 2013 dar. Zwar war bereits im Vorfeld mit einer niedrigen Zahl gerechnet worden. Dennoch dürfte dies den Goldpreis kurzfristig wohl weiter belasten.
In Indien signalisiert die deutliche Verbesserung der Leistungsbilanz dagegen Spielraum für eine Lockerung der seit einem Jahr bestehenden Goldimportrestriktionen. Das indische Leistungsbilanzdefizit betrug im ersten Quartal 2014 laut gestern von der Zentralbank veröffentlichter Daten nur noch 0,2% gemessen am BIP. Im Ende März abgelaufenen Fiskaljahr belief sich der Fehlbetrag auf 1,7%. Er lag damit deutlich unter dem des vorherigen Fiskaljahres von 4,8% und auch unterhalb des Regierungsziels von 3%. Der gestern ins Amt eingeführte neue Premierminister Modi gilt als wirtschaftsliberal und hatte im Vorfeld der Wahlen eine Lockerung der Restriktionen in Aussicht gestellt, was der indischen Goldnachfrage im zweiten Halbjahr neuen Schwung geben würde.



