Die angedrohte Rekordstrafe gegen BNP könnte das europäische Bankensystem ins Wanken bringen. Aktienkurse im Finanzsektor fallen. Auch Commerzbank und Deutsche Bank betroffen. Droht eine Kettenreaktion?
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus Kreisen berichtete, will das US-Justizministerium mehr als zehn Milliarden Dollar (7,3 Mrd Euro) Strafe von der französischen Großbank BNP Paribas wegen Verstößen gegen amerikanische Sanktionen haben. Es würde sich um eine der höchsten Strafzahlungen gegen eine Bank überhaupt handeln. Das wäre eine drakonische Strafe, kommentierte ein Börsianer.
Aber es ist nicht nur eine Strafe, welche von der BNP nur sehr schwer zu bezahlen ist, sondern könnte auch das europäische Bankensystem ins Wanken bringen. Zuvor wurde von den USA schon die Credit Suisse angeschossen. Abgesehen von den Rekordstrafen geht es insbesondere um das Vertrauen in die EU-Finanzinstitute. Wenn Kunden ihre Gelder abziehen und Counterparts ihre Konten schließen, könnte es zu einer neuen Bankenkrise mit ungeahnten Ausmaßen kommen. Genau das signalisieren die sinkenden Bankenkurse derzeit. Denn indirekt sind davon alle EU-Institute betroffen, falls es bei BNP zu Schwierigkeiten kommt.
Analysten reagierten umgehend. Die Experten von Goldman Sachs schrieben, die angedrohte Strafe gegen BNP sei klar negativ und belaste die Einschätzung der Papiere. Analyst Kinner Lakhani von der Citigroup strich die Aktien von der "Focus List Europe". Er begründete diese Schritt in erster Linie mit der Unsicherheit, die der Bericht verursache.



