Roth: "Gerade bei ARD und ZDF merkt man den Moderatoren an, dass es ihr Auftrag ist, das Produkt Fußball, für das die Sender eine riesige Menge Geld auf den Tisch geklatscht haben, auf Gedeih und Verderb zum Großereignis hochzujazzen"
Der Sprachkritiker und Fußballexperte Jürgen Roth geht mit den Sportkommentatoren ins Gericht. "Gerade bei ARD und ZDF merkt man den Moderatoren und vielen Kommentatoren inzwischen an, dass es ihr Auftrag ist, das Produkt Fußball, für das die Sender eine riesige Menge Geld auf den Tisch geklatscht haben, auf Gedeih und Verderb zum Großereignis hochzujazzen", so Roth im Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Sie blähen alles zur Jahrhundertbegegnung, zum Titanenkampf auf. Das ist unerträglich."
Der hohe Preis, den die Sender für die Fußballrechte zahlen, zwinge sie dazu, "ihr Produkt so grell, farbig und flamboyant wie möglich zu verkaufen. Seinen schlimmsten Ausdruck findet das bei Wolff-Christoph Fuß, der für Sky kommentiert. Der brüllt ununterbrochen.
Nahezu jedes Spiel ist bei ihm ,Drama, Baby' oder ein ,knüppelharter Nusskuchen'. Das klingt vielleicht lustig, aber wenn Sie es zum fünften Mal hören, merken Sie, dass es eine Masche ist. Diese Leute halten sich für Popstars und begreifen nicht, dass das Spiel immer größer ist als jede Erzählung darüber."



