Die australische Regierung beschlagnahmt das Geld von "inaktiven" Bankkonten und kassiert damit 360 Millionen Dollar. Auch viele kleine Konten betroffen. Betroffene Sparer empört. - Vorbild auch für andere Länder?
Aufruhr in Australien, nachdem die Regierung alle Konten beschlagnahmte, welche in den letzten drei Jahren keine Aktivität zeigten. Ein neues Gesetz befähigt die Regierung, das Geld einzukassieren. Betroffen sind viele Sparer und Rentner, welche nun ihre Ersparnisse verloren haben.
Zahlen der Australian Security and Investments Commission (ASIC) zeigen, dass bisher 360 Millionen Dollar konfisziert wurden. Betroffen waren 80000 Konten, auf denen zwischen ein paar Tausend Dollar und Millionen lagerten.
Das Gesetz zur Konfiszierung gab es schon seit Längerem. Unter der neuen Regierung wurde jedoch die Frist verkürzt. Nach der neuen Regelung haben die Behörden das Recht, Konten zu konfiszieren, die mindestens drei Jahre inaktiv waren.
Angeblich dient die Aktion dazu, die Sparer zu schützen, und zu verhindern, dass Gebühren und Bankabgaben die Ersparnisse aufzehren.
Die Australischen Bankenvereinigung spricht jedoch von einer Enteignung zugunsten des Staates. Dieser würde sich der Konten kleiner Sparer bedienen - nur weil sie drei Jahre keine Bewegung auf den Konten hatten.
Australische Zeitungen berichten von Konten, die von Großeltern für ihre Nachkommen angelegt wurden. Das Geld sei jetzt vom Staat eingezogen. Es sei schwierig bis unmöglich, an das Geld wieder heranzukommen. Teilweise seien die Konten unter anderen Namen angelegt, teils wussten die Begünstigten gar nicht, dass Angehörige für den Notfall eine Sicherheitsreserve für sie angelegt haben. Die Ersparnisse hätte jetzt der Staat eingezogen.
Beobachter befürchten, dass das Beispiel auch international Schule machen könnte. Weltweit sollen sich bis zu 3stellige Milliardenbeträge auf Bankkonten befinden, welche in den letzten Jahren, teils seit Jahrzehnten nicht angerührt wurden. Das Geld könnte zur Tilgung von Staatsschulden eingesetzt werden.



