Nato legt Beweise für russische Panzer in der Ukraine vor. Aufnahmen auf FAZ.NET veröffentlicht. Panzer sollen über Grenzposten eingedrungen sein, der von Aufständischen kontrolliert wird.
FRANKFURT. Die Nato will mit Bildmaterial beweisen, dass russische Panzer in der Südostukraine im Einsatz sind, um dort die Aufständischen zu unterstützen. Die Aufnahmen eines kommerziellen Satellitendienstes und aus dem Internet lagen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) am Samstag vor. Die Zeitung veröffentlichte die Aufnahmen auf der Internetseite FAZ.NET (Link: www.faz.net/natobilder). Die Aufnahmen deuten darauf hin, dass am 11. Juni drei russische T-64 Panzer über die Grenze in die Ukraine transportiert worden sind und dort in zwei Städten gesehen wurden. Der Generalsekretär des Bündnisses, Anders Fogh Rasmussen, hatte schon am Freitag von einer „ernsten Eskalation“ der Krise gesprochen, sollten sich entsprechende Berichte bestätigen.
Die Indizienkette beginnt mit drei Satellitenaufnahmen eines Militärlagers in Rostow am Don, das etwa 75 Kilometer Luftlinie oder 90 Kilometer mit dem Auto vom nächsten Grenzübergang zur Ukraine entfernt liegt. In einer ersten Aufnahme vom 30. Mai ist dort nach Ansicht der Nato eine größere Anzahl von gepanzerten Fahrzeugen zu sehen. In einer zweiten Aufnahme vom 6. Juni sind diese Fahrzeuge verschwunden, dafür sind acht neue Objekte zu erkennen, die die Nato für Panzer hält. Auf einer dritten Aufnahme sind am 11. Juni zehn Fahrzeuge zu sehen, die Panzer sein sollen.
Auf einem weiteren Bild sieht man nach Auswertung der Nato, dass drei Panzer auf einen Transporter verladen wurden, wie sie zum Panzertransport über Land verwendet werden. Das nächste Bild ist angeblich eine Aufnahme aus der ukrainischen Stadt Makijiwka, auf der zwei russische Panzer auf dem Weg zu einer Straßenkreuzung zu sehen sind. Vorweg fährt ein Fahrzeug mit russischer Fahne. Es gibt eine weitere Aufnahme vom 11. Juni, die aus der ukrainischen Stadt Sneschnoje stammen soll, auf der ein Panzer ohne Hoheitsabzeichen zu sehen ist.
Ein Offizier des Bündnisses legte der F.A.S. dar, dass die Bilder folgenden Ablauf nahelegten: Zunächst habe Russland wie angekündigt tatsächlich seine Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine abgebaut, wie der Abzug der gepanzerten Fahrzeuge auf den ersten Bildern aus Rostow zeigt. Danach tauchten aber Panzer auf dem Militärgelände auf, die zum Weitertransport verladen wurden. Einen Tag später habe die ukrainische Regierung berichtet, dass drei russische Panzer und mehrere gepanzerte Fahrzeuge die Grenze am Übergang Dovzhansky überquert hätten, der unter Kontrolle der Aufständischen der selbsternannten „Volksrepublik Luhansk“ steht. Die Bilder aus Makijiwka und Sneschnoje seien als Beleg dafür zu werten, dass die Panzer tatsächlich die Grenze überschritten hätten und in der Südostukraine im Einsatz seien.
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