Russischer Fernsehsender RT startet deutschsprachiges Programm. Es gibt eine Online-Petition, welche sich für eine deutsche Ausgabe des russischen Fernsehsenders RT ("Russia Today") ausspricht. Das Moskauer "CNN" sendet bisher auf Russisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Eine deutsche Ausgabe würde die Meinungsvielfalt hierzulande erheblich bereichern. - Nach BBC News ist RT in den Vereinigten Staaten inzwischen der populärste ausländische Nachrichtensender.
Der russische Nachrichtensender RT wird noch in diesem Jahr ein deutschsprachiges Programmfenster starten. Das berichtet COMPACT Online unter Berufung auf den Pressesprecher der russischen Botschaft, Sergej Beljaew. Zwar steht der Termin noch nicht endgültig fest, er dürfte jedoch im Herbst liegen. Vor allem seit Ausbruch der Ukraine-Krise häuften sich Forderungen nach einem deutschsprachigen RT-Kanal als weiteres Gegengewicht zu den westlichen Nachrichtensendern. Sogar eine Petition im Internet läuft mittlerweile. „Es gibt insgesamt ca.100 Millionen Menschen in Europa die Deutsch sprechen, wenn man alle Länder und Regionen zusammenfasst“, begründeten die Initiatoren ihren Vorstoß und fanden damit bis Mitte Juni rund 25.000 Unterstützer.
Im Medien-Einheitsbrei des Westens gibt es kaum Unterschiede. Kritische Berichterstattung, unterschiedliche Blickwinkel sind rar. Einzig der Moskauer Nachrichtensender RT ("Russia Today") bringt Abwechselung in die gleichgeschaltete News-Welt.
RT will dem Publikum die russische Sichtweise auf das internationale Geschehen vorstellen und alte Vorurteile und Klischees über Russland abbauen. Das Moskauer "CNN" sendet bisher auf Russisch, Englisch, Spanisch und Arabisch. Dabei versucht RT ein Gegengewicht zu „westlichen Medien“ darzustellen. Auch Entwicklungen innerhalb Russlands sollen aus russischer Perspektive beleuchtet werden. Der Sender sieht sich als russische Alternative zu internationalen Kanälen wie CNN, BBC oder Euronews, an deren Sendekonzepte auch das von RT angelehnt ist.
Nachrichten aus internationaler und russischer Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur, sowie Dokumentarfilme, Politmagazine (IMHO, In Context) und die täglich ausgestrahlte politische Talkshow „Spotlight with Al Gurnov“ machen das Programm des Senders aus. RT hat etwa 2.000 Mitarbeiter weltweit, von denen ein Großteil nicht-russische Journalisten sind.
Zahlreiche bekannte westliche Journalisten und Persönlichkeiten arbeiteten oder arbeiten für RT, darunter Max Keiser, Thom Hartmann, Larry King oder Julian Assange.
Die Popularität des Senders nahm in den letzten Jahren deutlich zu. Laut Pew Research ist RT mittlerweile der weltweit populärste Nachrichtenkanal auf YouTube und verzeichnete dort bislang über 1,01 Milliarden Videoaufrufe. Nach BBC News ist RT in den Vereinigten Staaten inzwischen der populärste ausländische Nachrichtensender und konnte seine dortige Zuschauerbasis innerhalb eines Jahres verdoppeln.
Man muss nicht alle Positionen teilen, welche die Russen in den Äther strahlen - dennoch ist "RT" ohne Zweifel eine Bereicherung der Nachrichtenszene. Die Redakteure dort sind keine Reuters-Sklaven sondern bemühen sich zumindest, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen. Heraus kommt ein ziemlich interessantes Programm mit kritischem Journalismus, den man im Westen kaum noch findet. Allein die Andersartigkeit macht den Sender schon interessant. In Sachen Schnelligkeit kann RT mit allen anderen News-Stationen mithalten.
Aber noch wichtiger: Vieles, was im "Westen" mittlerweile auf dem Index steht, wird bei RT offen angesprochen. Sei es der kritische Umgang mit der CO2 Sekte oder die objektive Berichterstattung zu den Montagsdemos. Ebenso werden immer wieder kritische Themen wie das Freihandelsabkommen mit den USA in einer Art und Weise beleuchtet, wie man sie in deutschen Medien vergeblich findet. Nicht zuletzt das Gebaren der EU wird bei RT in einem ganz anderen Licht gezeigt, als es die Hofberichterstatter von ARD und ZDF tun. Einen ganz anderen Blick erhält der Zuschauer natürlich auch auf die Geschehnisse in Sachen Ukraine.
Insofern wäre eine deutsche Ausgabe von Russia Today mehr als wünschenswert. Es wäre eine wichtige Bereicherung der Medienwelt. Eine entsprechende Online-Petition läuft noch bis 23. September 2014.



