Zum Thema "Geldschöpfung" hat die Bundesbank ein Statement veröffentlicht demzufolge “nur” rund doppelt soviel Buchgeld durch Kredit geschaffen worden wie durch den Kauf von Vermögenswerten. Doch dies entspricht offenbar nicht den Tatsachen.
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Von Raimund Brichta
Manche Leute reden sich die Köpfe heiß darüber, ob Geschäftsbanken tatsächlich Geld machen können. Das, was die Banken da produzieren, sei gar kein Geld, heißt es dann. Ich halte diese Diskussion für müßig, weil sie von den wirklich wesentlichen Knackpunkten unseres Geldsystems ablenkt. Aber immerhin sah sich die Bundesbank offenbar veranlasst, im Internet ein paar Statements dazu abzugeben.
Nun liege ich mit der Bundesbank gewiss nicht immer auf einer Linie, in diesem Fall kann ich mich ihren Schilderungen aber nur anschließen – mit einer Einschränkung: In ihrem letzten Statement schreiben die Bundesbänker sinngemäß, wenn man einen ungefähren Eindruck von den Größenordnungen bekommen wolle, in denen die Geschäftsbanken Geld durch Kredit auf der einen Seite produzieren und durch den Ankauf von Vermögenswerten auf der anderen, solle man in der Gesamtbilanz aller Banken die Position “Kredite an Nichtbanken” (3,1 Billionen €) vergleichen mit den Positionen „Wertpapiere und Beteiligungen“ (1,5 Billionen €) und „Sonstige Aktiva“ (Größenordnung vernachlässigbar). Diese Vorgehensweise impliziert ein ungefähres Verhältnis von 2 zu 1. Das heißt, demnach wäre “nur” rund doppelt soviel Buchgeld durch Kredit geschaffen worden wie durch den Kauf von Vermögenswerten.
Tatsächlich führen diese Zahlen aber in die Irre. Es ist es viel mehr. Denn auch in der Position “Wertpapiere und Beteiligungen” verbergen sich zum größten Teil Kredite, nämlich Anleihen. Im Klartext: Wenn eine Bank zum Beispiel eine Bundesanleihe erwirbt, hat sie damit rein formal zwar einen “Vermögenswert gekauft”. Da dieser aber lediglich aus einem Schuldschein besteht, hat sie damit im Ergebnis dem Bund einen Kredit gegeben. Genau deshalb lenken wir in unserem Buch den Blick aufs Wesentliche und schreiben: Der überwiegende Teil unseres Geldes ist durch Kredite entstanden. Diesem Geld stehen gleich hohe Schulden gegenüber. Geld und Schuld sind nur zwei Seiten derselben Medaille.
Zu den Statements der Bundesbank geht es hier:




