Finanzaufsicht Bafin fordert hartes Durchgreifen bei Manipulationen an den Finanzmärkten
„Anfällig sind vor allem die Bereiche einer Bank, in denen man in kurze! r Zeit sehr viel Geld verdienen kann. Dazu zählen natürlich nicht zuletzt die Handelsabteilungen“, erläutert Röseler. Vermeintliche „Stars“ wie Dattel würden von den Banken nicht eng genug kontrolliert. Das liege auch daran, dass sie eine Zeit lang unglaublich hohe Gewinne erzielten. „Da fragten die Banken dann leider nicht mehr hart genug nach, was die Quellen für diesen Profit sind. Das ist das Grundproblem. Deshalb halten wir auch die neuen Vergütungsregeln für so wichtig“, erläutert der Bafin-Experte mit Blick auf die eingezogenen Obergrenzen für Boni. „Ich denke, für Dany Dattel hätte sich die Riesenspekulation nicht gelohnt, wenn seine erfolgsabhängige Vergütung schon damals gedeckelt worden wäre.“
Hart ins Gericht geht Röseler mit Händlern, die in den vergangenen Jahren Referenzzinsen wie den Libor manipuliert oder Tricksereien am Devisenmarkt versucht haben. „Dattel hatte sich bei der Herstatt Bank verspekuli! ert und die wenigen Kontrollen einfach umgangen. Es gab aber damals nicht den Versuch, die Märkte zu manipulieren. Das ist aus Sicht der Aufseher ein großer Unterschied“, sagte Röseler. Deshalb fordert er auch harte Konsequenzen. „Enttäuscht wäre ich schon, wenn jemand Leitzinsen wie den Libor manipuliert und das strafrechtlich nicht relevant wäre“, ergänzt der Chef-Aufseher. Auf Druck der weltweiten Untersuchungen und in Kooperation mit den Banken hätten bereits zahlreiche Trader die Geldhäuser verlassen müssen.
Röseler weiß zwar nicht, welche Dimensionen die aktuellen Manipulationsfälle noch erreichen werden – ein Dany Dattel würde seiner Ansicht nach heute aber schon früh auffliegen: „Wenn eine kleine Bank wie Herstatt heute so aktiv wäre in einem Markt, würde uns das auffallen.“



