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Finanzmarkt-Manipulation: Bafin will durchgreifen

Finanzaufsicht Bafin fordert hartes Durchgreifen bei Manipulationen an den Finanzmärkten


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Die deutsche Finanzaufsicht Bafin zieht auch 40 Jahre nach dem Zusammenbruch der Herstatt-Bank noch Lehren aus der Pleite für die Überwachung der Kreditinstitute. „Da hat ein Händler ein viel zu großes Rad gedreht. Es gab keine echten Kontrollmechanismen und die wenigen, die es gab, konnte er leicht aushebeln. Das zeigt, wie wichtig die heutigen Überwachungsregeln sind. Ein einfaches Beispiel ist das Vier-Augen-Prinzip“, sagte der oberste Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler, im Gespräch mit dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Röseler hat sich intensiv mit Dany Dattel, dem legendären Leiter des Devisenhandels bei der Kölner Traditionsbank Herstatt, auseinandergesetzt. Dattel hatte in den siebziger Jahren mit seinen milliardenschweren Spekulationen die Bank in den Ruin getrieben

„Anfällig sind vor allem die Bereiche einer Bank, in denen man in kurze! r Zeit sehr viel Geld verdienen kann. Dazu zählen natürlich nicht zuletzt die Handelsabteilungen“, erläutert Röseler. Vermeintliche „Stars“ wie Dattel würden von den Banken nicht eng genug kontrolliert. Das liege auch daran, dass sie eine Zeit lang unglaublich hohe Gewinne erzielten. „Da fragten die Banken dann leider nicht mehr hart genug nach, was die Quellen für diesen Profit sind. Das ist das Grundproblem. Deshalb halten wir auch die neuen Vergütungsregeln für so wichtig“, erläutert der Bafin-Experte mit Blick auf die eingezogenen Obergrenzen für Boni. „Ich denke, für Dany Dattel hätte sich die Riesenspekulation nicht gelohnt, wenn seine erfolgsabhängige Vergütung schon damals gedeckelt worden wäre.“

Hart ins Gericht geht Röseler mit Händlern, die in den vergangenen Jahren Referenzzinsen wie den Libor manipuliert oder Tricksereien am Devisenmarkt versucht haben. „Dattel hatte sich bei der Herstatt Bank verspekuli! ert und die wenigen Kontrollen einfach umgangen. Es gab aber damals nicht den Versuch, die Märkte zu manipulieren. Das ist aus Sicht der Aufseher ein großer Unterschied“, sagte Röseler. Deshalb fordert er auch harte Konsequenzen. „Enttäuscht wäre ich schon, wenn jemand Leitzinsen wie den Libor manipuliert und das strafrechtlich nicht relevant wäre“, ergänzt der Chef-Aufseher. Auf Druck der weltweiten Untersuchungen und in Kooperation mit den Banken hätten bereits zahlreiche Trader die Geldhäuser verlassen müssen.

Röseler weiß zwar nicht, welche Dimensionen die aktuellen Manipulationsfälle noch erreichen werden – ein Dany Dattel würde seiner Ansicht nach heute aber schon früh auffliegen: „Wenn eine kleine Bank wie Herstatt heute so aktiv wäre in einem Markt, würde uns das auffallen.“
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