MH370 / Australiens Vize-Regierungschef Warren Truss: Die Maschine muss nach neuen Erkenntnissen der Ermittler zuletzt automatisch von einem Bordcomputer gesteuert worden sein. - Welche Rolle spielt das Flugzeugsteuerungssystem "Uninteruptible Auto Pilot System"?
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Das vermisste Malaysia-Airlines-Flugzeug MH370 flog nach Einschätzung der Ermittler vor dem Absturz im Indischen Ozean auf Autopilot. Das sagte der stellvertretende australische Regierungschef Warren Truss am Donnerstag in Canberra.
Andernfalls hätte die Maschine auf ihrem letzten Flug Anfang März nicht eine so gerade Strecke fliegen können, wie die von Satelliten aufgefangenen elektronischen Signale der Maschine nahelegten. Wenn der Autopilot eingeschaltet ist, steuert der Bordcomputer das Flugzeug.
Das nährt Spekulationen, nach denen die Steuerungssysteme im Flugzeug bewußt und gewollt manipuliert worden sind, ohne dass die Piloten eingreifen konnten.
Interessant und bisher kaum bekannt: Boeing hatte schon vor einigen Jahren ein Flugzeugsteuerungssystem (Uninteruptible Auto Pilot System) entwickelt, welches einen Jet vollständig von Außen steuern kann und den Piloten jede Möglichkeit des Einflusses entzieht. Dieses System sollte Flugzeuge sicher weiter fliegen und auch landen lassen für den Fall einer Entführung oder eines terroristischen Eingriffes. Wurde diese Technik auch bei MH370 angewandt?
Das wirft neue Fragen auf: Wurde das Flugzeug möglicherweise ferngesteuert?
Konnten die Piloten nicht mehr eingreifen? Wurden die Kommunikationsgeräte bewusst abgeschaltet, damit die Crew keine Verbindung zur Außenwelt hatte? - Wurde das Flugzeug gar in nicht zugelassene Höhen (45000 Fuß, 15km) gesteuert, um die Sauerstoffversorgung zu zerstören und um alle Passagiere in wenigen Minuten ersticken zu lassen? Ist so zu erklären, dass der Jet kurz nach Abschalten der Transponder erst mal auf 15km Höhe geklettert ist um dann wieder auf normale Flughöhe zurückzukehren?
Dass die Ortungssysteme bewusst abgeschaltet wurden, darüber gibt es derzeit keine Zweifel mehr. Nach neuesten Erkenntnissen geschah dies auch an einem "wunden" Punkt - nämlich am Übergang vom malaysischen zum vietnamesischen Luftraum. Es dauert nach Auskunft von Piloten immer eine gewisse Zeit, wenn man sich bei dem einen Luftraum abgemeldet hat und der andere Luftraum die neue Überwachung übernimmt. Genau in dieser Lücke wurden die Ortungsinstrumente abgeschaltet - so dass es erst mal gar nicht auffiel, dass die Maschine vom Bildschirm verschwunden war.
Etwas früher wurde die Flugdatenüberwachungsanlage abgeschaltet (ACARS). Dies ist allerdings nicht einfach, weil es dazu im Cockpit keine Schalter gibt. Dazu muss man bei einer B777 am Eingang links vorne in der Nähe des Galley einen Wandschrank öffnen und eine Sicherung herausziehen. Kaum ein normaler Pilot kennt sich damit aus. Der Vorgang erfordert also höchst Sachkenntnis und kann nur von Experten durchgeführt werden.
Das alles macht die Situation höchst rätselhaft: Könnte das Flugzeug tatsächlich ferngesteuert gewesen sein? Wurde die Route schon vor dem Flug programmiert?
Inzwischen gibt es neben den Gerüchten, dass MH370 auf Diego Garcia gelandet sei auch die Theorie, dass ein Fluggast an Board mit einer Art App die Maschine übernommen haben könnte. Experten von Boeing schließen dies jedoch aus, weil die Cockpitinstrumente nur mit zertifizierter Technik zusammen arbeiten.



