Banco Espirito Santo, Portugals größte Bank, wurde am Nachmittag an der Börse vom Handel ausgesetzt. Zuvor gab es Kursverluste von bis zu 20%. Gerüchte um einen Bankrun in Portugal machen die Runde.
Die Affäre um die Banco Espirito Santo weitet sich aus. Bonds und Aktie wurden vom Handel ausgesetzt. Trotz Zusicherungen der Notenbank, dass die Probleme der Muttergesellschaft der Bank nicht übergreifen würden, mißtrauen Anleger und Kunden dem Institut. Bis zur Aussetzung der Aktie verlor die Bank an der Börse fast 20%.
Gegen die Espirito Santo International (ESI) ermitteln die Behörden wegen angeblicher "erheblicher Unregelmäßigkeiten". Laut Medienberichten soll sie über sieben Milliarden Euro Schulden haben.
Hinter Banco Espirito Santo steckt ein undurchsichtiger Familienclan, der Anteile u.a. an Portugal Telecom hält. Auch diese Aktien erlitten heute einen herben Kursverlust.
Unterdessen sollen zahlreiche besorgte Kunden ihr Geld von der Bank abgeholt haben. Insider befürchten eine gleiche Situation wie zuletzt in Bulgarien. Die Frage ist jetzt, wie das Vertrauen ins Bankensystem wieder hergestellt werden kann.
Allerdings scheint die Presse in Portugal die Situation zu vertuschen. Fakt scheint jedoch zu sein, dass es schon erhebliche Abhebungen gegeben hat und die Bank offenbar kurz vor der Schließung steht. Ob es unterdessen auch zu Ansteckungseffekten kam, ist noch unklar.
Die Sorgen um die Banken in Portugal belasteten heute auch die Börsen. Im DAX waren Deutsche und Commerzbank teilweise die größten Verlierer, konnten die Verluste am Ende jedoch eindämmen. Auch der Euro kam unter die Räder und rutschte zeitweise unter 1,36 - Gold und Silber hingegen erfreuten sich eine der größten Tagesgewinne in den letzten Wochen. Manche Beobachter sehen den Ansprung der Edelmetalle als Krisenindikator.



