Die Poltiik des Westens läuft Amok und verhängt Sanktionen gegen Russland - ohne jeden Beweis in Sachen MH17. Das Kriegsgerassel lässt die Börsen global einstürzen. Besonders betroffen: Europa. Wann merken Politiker, dass der Schuss nach hinten los geht?
Von Michael Mross
Die Lage an den Finanzmärkten spitzt sich drastisch zu. Gemessen an den Sommerhochs verloren die Börsen weltweit zum Teil über 10%. Besonders betroffen natürlich jene Länder, die näher an Russland dran sind und deshalb naturgemäß in stärkeren Geschäftsbeziehungen mit dem Osten stehen. Der DAX hat seit seinen Hochs über 1000 Punkte verloren. Stellt sich die Frage: Wann kommt die Politik zur Vernunft? Oder müssen die Börsen noch mal 10% runter?
Selbst Drahgi schlägt Alarm. Im Anschluss an die gestrige EZB-Entscheidung sprach er von steigen geopolitischen Gefahren. Kein Wunder, dass der Euro als "Frontwährung" im Sinkflug ist.
Betroffen an der Börse sind praktisch alle Unternehmen, die in den letzten Jahren ihre Geschäftsbeziehungen mit Russland verstärkt haben. Diese Firmen werden nun von Brüssel verheizt, um zweifelhafte Sanktionen durchzusetzen, koste es was es wolle.
Doch nicht nur VW & Co. sind betroffen, sondern auch die Banken. Der Funke, ausgelöst durch westliche Sanktionen könnte sogar eine neue Geldsystemkrise befeuern, die gerade mit Müh und Not noch mal überdeckt wurde. Doch wenn man sich die Bankenkurse anschaut, droht Ungemach.
Commerzbank und Deutsche Bank bemühen sich zwar, ihr Exposure in Russland als "niedrig" und abgesichert darzustellen, doch die Realität ist eine andere: viele europäische Institute sind in Russland involviert und die Sanktionen werden ihren Tribut fordern. Deshalb zeigte sich auch Drahgi besorgt.
Noch hat Russland nicht alle Register gezogen. Doch die Vorstellung, dass Moskau ruhig bleibt und der Westen seinen Handelskrieg gegen den Osten ausweitet, dürfte naiv sein.
So bleibt die Schlussfolgerung: Am Ende schaden die Sanktionen dem Westen mehr als Russland. Anleger haben bereits Milliardenverluste durch Kursrückgänge erlitten. Wann begreifen die Politiker endlich, was sie da anrichten?
Das Porzellan, das hier zerbrochen wurde, dürfte nur schwer wieder zu kitten sein. Der Schaden ist unermeßlich: politisch, wirtschaftlich, menschlich.
Wenn das so weiter geht, kann man jedem Anleger nur raten, genügnend Gold und Silber als Absicherung zu haben. Die Krise scheint längst nicht ausgestanden. Eine Flucht in Edelmetalle könnte bevorstehen.



