Gysi: Wirtschaftssanktionen gegen Russland sind "Kinderei". "Sicherheit und Frieden in Europa gibt es nicht ohne und nicht gegen Russland."- Gysi macht USA für Eskalation im Irak verantwortlich.
Linksfraktionschef Gregor Gysi hat die Wirtschaftssanktionen gegen Russland als "Kinderei" bezeichnet. Sanktionen würden immer wieder mit Gegensanktionen beantwortet, so Gysi im Sommerinterview des "Bericht aus Berlin". "Wo soll das hinführen? Wer hebt die nachher auf?"
Viel wichtiger sei es, miteinander zu reden und die Situation wieder zu deeskalieren. "Wenn wir Russland isolieren, haben wir null Einfluss", warnte der Linken-Politiker. "Sicherheit und Frieden in Europa gibt es nicht ohne und nicht gegen Russland."
Gysi kritisierte auch das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Sie gebe den Forderungen von US-Präsident Barack Obama nach. "Der Obama sagt immer: Wirtschaftssanktionen! Die Antwort trifft ja auch uns und nicht die USA."
Gysi hat die USA für die aktuelle Eskalation der Lage im Irak verantwortlich gemacht. "Wir hätten den ganzen Krieg der ISIS - was eine Katastrophe ist - nicht, wenn es nie den Krieg gegen den Irak gegeben hätte", sagte Gysi.
Kriege lösten die Probleme der Menschen nicht, sondern führten zu einer Zuspitzung. Saddam Hussein sei schlimm gewesen, "aber die Situation - ist die jetzt besser?" Nun müsse darüber nachgedacht werden, wie Kurden und andere in die Lage versetzt werden könnten, sich gegen die Kämpfer des "Islamischen Staats" zur Wehr zu setzen. "Wir müssen lernen, rechtzeitig die demokratischen Kräfte zu unterstützen - auch Befreiungsbewegungen", so Gysi weiter.



