Berliner Schriftsteller zu Wowereits Rücktritt: Michael Kleeberg („Vaterjahre“) sieht Wowereit als „obersten der Versager“. Er beklagt die hohe Kriminalität in der Stadt, rechtsfreie Räume in Kreuzberg und Marzahn, und „Morde am hellichten Tag“.
Auch in der Berliner Kulturszene geht man mit Klaus Wowereit hart zu Gericht. In der Berliner Zeitung äußern sich Schriftsteller und Angehörige der Literaturszene kritisch zum Zustand der Berliner Politik.
Für die Schriftstellerin Annett Gröschner („Mit der Linie 4 um die Welt“) gleicht die Berliner Politik einer Geister-S-Bahn zum „Flughafen“ BER: „Dem Berliner Senat ist das Gespür für die Stadt und ihre Bewohner verlorengegangen. Statt Brot (z.B. bezahlte Arbeit und bezahlbare Wohnungen) fallen ihm nur Spiele (Olympia 2024) ein.“
Der Schriftsteller Michael Kleeberg („Vaterjahre“) sieht Wowereit als „obersten der Versager“. Er beklagt die hohe Kriminalität in der Stadt, rechtsfreie Räume in Kreuzberg und Marzahn, und „Morde am hellichten Tag“ am Alexanderplatz. Ginge es nach ihm, sollte der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky Nachfolger Klaus Wowereits werden.
Nur die Schriftstellerin Tanja Dückers („Hausers Zimmer“) glaubt, dass es schwer wird einen angemessenen Nachfolger Wowereits als Repräsentanten der Stadt zu finden: „Wowereit, selbst ein Berliner Urgestein, musste sich nie um Anpassung bemühen, er wirkte nie gekünstelt oder fremd, in seiner saloppen Eleganz, Ungeniert- und Direktheit war er ganz selbstverständlich Teil und Repräsentant der Stadt – und das kam an.“



