AKTUELLE PRESSE  |  WIRTSCHAFT  |  POLITIK  |  BÖRSE  |  GOLD  |  KRYPTO  |  ETC  |  WITZIGES

Unser Börsen-Club: +1033%, +484%, +366%: Schau dir die Gewinnerliste an.

Euro: Sichtbarstes Zeichen des vollzogenen Putsches

EZB: Die „Beggar-your-neighbour“-Politik, die  mittels Währungsabwertungen versucht, den schwarzen Peter an den Nachbarn weiterzureichen, führt nur zu einem immer schnelleren Verfall der betreffenden Währungen und zu immer größeren Wohlstandsverlusten bei weiten Teilen der Bevölkerung.

 

Von Dagmar Metzger, Christian Bayer und Steffen Schäfer

Der Euro erlebt seit einigen Monaten einen gewaltigen Absturz – noch Anfang Juli erhielt man für einen Euro rund 1,40 US-Dollar. Seitdem fiel die Gemeinschaftswährung um rund 10 Prozent (für Währungen und angesichts des kurzen Zeitraums eine schon fast dramatisch zu nennende Entwicklung). Nur mehr 1,27 US-Dollar erhält man nun für einen Euro und die großen Investmenthäuser sehen den Weg zur Parität mit der US-Währung bereits vorherbestimmt.


Das Besondere: Niemand stört sich sonderlich daran. Wie anders war dies doch bei ähnlichen Entwicklungen in der Vergangenheit. Erinnern Sie sich noch an den Mai 2010? Damals trat Angela Merkel mit sorgenvoller Miene vor die Kameras und gab großen Tageszeitungen lange Interviews, in denen sie erklärte, es werde alles getan, um die Gemeinschaftswährung zu retten. Damals erlebte die Gemeinschaftswährung einen ähnlichen Sturzflug, das Tief lag bei rund 1,26 USD. Jener Tage erklärte die Kanzlerin, der Absturz des Euro bedrohe die Sparguthaben der Bürger. Der historische Kursverfall schürte große Sorgen vor dem Zerfall der Währungsunion insgesamt. Der damalige Außenminister Westerwelle erklärte, dass hinter einer starken Währung eine starke Wirtschaft stehen müsse und forderte die Euroländer des Südens auf, ihre Reformanstrengungen zu verstärken. Wild wurden alle möglichen Überlegungen in den Raum gestellt, wie sich vermeintliche Angriffe von Hedgefonds und anderen boshaften „Spekulanten“ auf die geliebte Währungsunion in die Schranken weisen ließen. Alle Beteiligten schienen der festen Überzeugung, dass der Eurokurs nicht weiter verfallen dürfe, da sonst das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung verloren gehen könnte...


Verständlich, denn ein solcher Vertrauensverlust ist in einem Geldsystem wie dem unsrigen nahezu immer gleichbedeutend mit dem Ende der betreffenden Währung. Denn während in Warengeldsystemen dem Geld ein intrinsischer Wert inne wohnt (eben jener der Ware), ist das heutige Papiergeldsystem allein durch das Vertrauen der Bürger gedeckt. Ist dieses erst einmal nachhaltig verspielt, dann gelingt eine Rückgewinnung kaum mehr. Auch der staatliche Zwang zur Annahme via dem Konstrukt als gesetzliches Zahlungsmittel hilft dann wenig (derzeit einmal mehr in Argentinien zu beobachten).


Alle diese Sorgen gehören nun der Vergangenheit an. Niemand beklagt sich darüber, dass die Bürger der Kaufkraft ihres Geldes beraubt werden, niemand sorgt sich mehr, dass ein Verfall des Eurokurses auch zu einem Vertrauensverfall der Kapitalmärkte führen wird. Den angeblich „bösen Spekulanten“ will ebenfalls niemand mehr das Handwerk legen, sondern im Gegenteil, sie werden nun als Berater der Zentralbank für die Verbriefung, die Bündelung und den anschließenden Wiederverkauf toxischer Wertpapier angeheuert. Über all dem steht das Wort des obersten „Währungshüters“ Mario Draghi, er werde alles tun, um die Inflation in der Eurozone anzuheizen.


Diese Entwicklung ist das sichtbarste Zeichen des Putsches, der in den letzten Monaten in der Europäischen Zentralbank vollendet wurde. Einst war die EZB mit dem Vorsatz gegründet worden, sie solle eine Art Bundesbank auf europäischer Ebene werden. Nun war auch bei der Bundesbank nicht alles Gold, was glänzt (weite Teile des deutschen Goldschatzes scheinen ohnehin nur mehr auf dem Papier zu bestehen). Aber sie war, verglichen mit den übrigen Zentralbanken des europäischen Kontinents, der Einäugige unter den Blinden.


Ihre oberste Priorität war tatsächlich die Geldwertstabilität. Selbst wenn sie die Kaufkraft nicht stabil halten konnte – was tatsächlich in einem Fiat-Money-System nahezu unmöglich ist – blieb die DM doch stabiler als die allermeisten übrigen Währungen. Dies äußerte sich nicht zuletzt darin, dass die Währung der Deutschen nach dem Ende von Bretton Woods innerhalb des Europäischen Wechselkurssystems (EWS) fast im Jahresrhythmus aufwertete, während Franc, Pesete oder Lire beinahe ebenso regelmäßig abgewertet werden mussten.


Die Aufwertung sorgte für einen wachsenden Wohlstand bei den Bürgern der aufwertenden Nation(en) und disziplinierte zeitgleich deren Industrie, weiterhin hochwertige und innovative Produkte zu liefern (da sich nur über die Qualität die höheren Preise rechtfertigen ließen). Die abwertenden Nationen hingegen gewannen zumindest teilweise und für einen gewissen Zeitraum ihre Wettbewerbsfähigkeit zurück, die relativ hohen Zinssätze engten ihren Ausgabespielraum ein und zwangen ihnen so eine gewisse Maßhaltung auf...


Dank des Putsches herrscht nun die Mentalität des Südens im Frankfurter EZB-Turm. Beispielhaft hierfür: Ab 2015 wird die Bundesbank dank des Eurobeitritts von Litauen nicht mehr bei jeder EZB-Sitzung stimmberechtigt sein. Ohnehin ist es bereits jetzt schon so, dass sich die geldpolitische Position der Bundesbank bei den Abstimmungen nicht mehr durchsetzen lässt. Anstatt also allein auf die Geldwertstabilität zu achten, wird mittels der Geldpolitik massiv Wirtschaftspolitik betrieben. Zum Wohle des darbenden Südens – insbesondere auch Frankreich ist hier zu nennen, welches sich mehr und mehr zum ökonomischen Alptraum der Eurozone entwickelt – soll nun das alte Rezept aus der Zeit des EWS greifen: Abwertung der Währung, damit die Staaten wieder etwas ökonomische Atemluft gewinnen. Einhergehend mit den durch die EZB garantierten Niedrigstzinsen können die Krisenstaaten so anstatt von Sparprogrammen weiter Ausgabenprogramme fahren, in der Hoffnung die lahmende Konjunktur doch noch einmal anzuschieben. Die anlaufenden Schulden werden, so zumindest die Theorie, durch die steigende Inflation wieder abgeschmolzen.


Leider wird dieses alte Rezept höchstens kurzfristig greifen – denn der schärfste Konkurrent sitzt mit im Abwertungsboot. Von der Abwertung werden auch die deutsche Unternehmen profitieren. Solange Deutschland nicht von sich aus die  eigene Wettbewerbsfähigkeit schwächt, wird der Süden von der Währungsabwertung kaum profitieren. Gut, mit den Wirtschaftssanktionen gegen Russland hat die Bundesregierung ja einen ersten Schritt in diese Richtung unternommen – auch wenn es irgendwie fraglich erscheint, wie Italien oder Frankreich von einem Einbruch der deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehung profitieren könnten. Der lachende Dritte dürfte hier eher die USA sein.


Es darüber hinaus auch daran erinnert, dass die Abwertungsrezepte auch dem Rest der Welt bekannt sind: Wie im Ringelrein zu Kindheitstagen verkünden politische Führer weltweit die Abwertung der eigenen Währung. Im vergangenen Jahr war es der japanische Premier, der unter dem Schlagwort „Abenomics“ seiner eigenen Währung einen gewaltigen Schlag versetzte. Gewiss, der Nikkei verdoppelte sich in der Folgezeit nahezu. Diesen Anstieg aber hatten alle Japaner mit deutlich höheren Kosten für alle Importe, insbesondere natürlich Energie, zu zahlen. Weitere Ergebnisse: Der ohnehin schon weltweit einmalige Schuldenstand konnte erneut dramatisch gesteigert werden und die wirtschaftliche Wiederbelebung verpuffte nach bereits nur zwei Quartalen wieder.


Die „Beggar-your-neighbour“-Politik, die  mittels Währungsabwertungen versucht, den schwarzen Peter an den Nachbarn weiterzureichen, führt nur zu einem immer schnelleren Verfall der betreffenden Währungen und zu immer größeren Wohlstandsverlusten bei weiten Teilen der Bevölkerung. Angesichts des vollzogenen Putsches in der EZB, steht es nicht zu erwarten, dass diese Erkenntnis in irgendeiner Weise Gehör finden wird. Zudem mangelt es Politikern ebenso wie Zentralbankern schlicht am Willen, zu begreifen, dass volkswirtschaftlicher Wohlstand nicht mittels der Druckerpresse geschaffen werden kann. Tragischerweise scheint es so, dass auch bei den meisten Bürgern diese Einsicht erst dann reifen wird, wenn sich der Großteil ihrer Ersparnisse unwiederbringlich in Luft aufgelöst haben wird.

Wissen macht reich:  Vertrauliche Börsen-News im MM-Club

Neue Videos:

Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" - 1. deutscher Tonfilm: YouTube

Börse 24h
Börsen News

Mein bestes Börsenbuch:

 

BITCOIN LIVE

Bitcoin + Ethereum sicher kaufen Bitcoin.de
Bitcoin News
Spenden an MMnews
BTC:
bc1qwfruyent833vud6vmyhdp2t2ejnftjveutawec

BCH:
qpusq6m24npccrghf9u9lcnyd0lefvzsr5mh8tkma7 Ethereum:
0x2aa493aAb162f59F03cc74f99cF82d3799eF4CCC

DEXWEB - We Pursue Visions

 

Aktuelle Presse

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe, beklagt eine hohe Zahl von getöteten humanitären Einsatzkräften in Konflikten weltweit beklagt und eine bessere Durchsetzung [ ... ]

Die NRW-CDU will den Missbrauch von Sozialleistungen durch kriminelle Banden massiv einschränken. In einem Antrag für den Bundesparteitag in Stuttgart im Februar, der über den die "Bild am [ ... ]

Geringverdiener und sozial Schwache erhalten in Deutschland über das gesamte Leben hunderttausende Euro mehr soziale und öffentliche Leistungen als sie dafür je an Steuern und Sozialabgaben [ ... ]

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat sich dagegen ausgesprochen, dass bei den Plenarsitzungen des Bundestags ein Handyverbot eingeführt wird.

"Ein Handyverbot wäre nicht angemessen, [ ... ]

Die SV 07 Elversberg hat das brisante Zweitliga-Duell beim 1. FC Kaiserslautern mit 3:1 für sich entschieden und damit ein starkes Ausrufezeichen im Aufstiegsrennen gesetzt. In einer intensiven, teils [ ... ]

Der FC Bayern München hat auch am 20. Spieltag in der Fußball-Bundesliga nicht gewonnen. Beim Hamburger SV war am Samstagabend ein 2:2 und damit Punkteteilung das Resultat. Nach der Niederlage [ ... ]

In der Samstags-Ausspielung von "6 aus 49" des Deutschen Lotto- und Totoblocks wurden am Abend die Lottozahlen gezogen. Sie lauten 8, 19, 30, 37, 38, 49, die Superzahl ist die 3.

Der Gewinnzahlenblock im [ ... ]

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2023 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.