Starker US-Dollar setzt Edelmetallpreise spürbar unter Druck.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis fiel gestern auf nur noch gut 1.200 USD je Feinunze und markierte damit den tiefsten Stand seit Anfang Januar. Nach einer kurzzeitigen Erholungsbewegung – Gerüchte über Kapitalverkehrskontrollen in Russland und schwächere US-Konjunkturdaten führten vorübergehend zu einer höheren Nachfrage – handelt Gold heute Morgen wieder auf dem 9-Monatstief.
Grund für den Preisrückgang war der deutlich aufwertende US-Dollar, nachdem die Kerninflationsrate in der Eurozone im September überraschend auf 0,7% gesunken ist, was die Wahrscheinlichkeit von QE durch die EZB erhöht. In der Folge fiel EUR-USD erstmals seit gut zwei Jahren unter die Marke von 1,26. Im Fahrwasser von Gold standen auch die anderen Edelmetalle stark unter Druck.
Auf Schlusskursbasis verlor Silber 3% und rutschte erstmals seit März 2010 unter die Marke von 17 USD je Feinunze. Palladium verbilligte sich um über 2% auf rund 770 USD je Feinunze, den tiefsten Stand seit fast sechs Monaten. Platin hielt sich zwar etwas besser, vollzieht die Verluste aber heute nach und fällt auf ein 5-Jahrestief von 1.280 USD je Feinunze. Da sich die ETF-Bestände in den letzten Tagen relativ stabil zeigten, ist der Verkaufsdruck wohl in erster Linie vom Futures-Markt ausgegangen.
Bei Platin und vor allem Palladium bestanden jüngst noch hohe Netto-Long-Positionen, die mittlerweile aber wohl deutlich abgebaut wurden. Dennoch hat sich das charttechnische Bild deutlich verschlechtert, was zu kurzfristigen Anschlussverkäufen beitragen könnte.



