Seit heute sind einige Seiten in Österreich nicht mehr erreichbar. So sind beispielsweise die beliebten Filmportale movie4k.to und kinox.to gesperrt. Wien beruft sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Der Anfang vom Ende der Freiheit des Internets?
Österreich macht ernst mit der Zensur im Internet. Seit heute werden Provider verpflichtet, illegale Seiten nicht mehr zugänglich zu machen. Betroffen sind derzeit beliebte Filmportale wie movie4k, thepiratebay.se, kinox.to und andere. In nächster Zeit könnten mehr Websites folgen. Die Rechteinhaber der Unterhaltungsindustrie wollen außerdem VPN-Verbindungen unmöglich machen.
Provider setzen setzen derzeit offenbar auf DNS-Filter, um Zugang zu Piraterie-Websites zu blockieren. Diese sind jedoch leicht zu umgehen, indem man einfach die IP Adresse in der URL Zeile eingibt. Doch nun sollen auch direkte IP-Sperren eingesetzt werden.
Der Vorgang ist auf jeden Fall ein Skandal. Die Betreiber von kinox.to haben alternative URLs vorbereitet. Unter "kinox.tv" und "kinox.me" ist die Seite weiterhin zu erreichen. Sie bezeichnen die Entscheidung als "Zerstörung des Internets" und fragen, ob "Österreich einen auf Nordkorea" mache.
Stellungnahme kinox.to:
Macht Oesterreich jetzt einen auf Nordkorea?
Wie ihr alle wisst, stellt KinoX keine direkten Links zu dem jeweiligen Stream, sondern indixiert es, wie es auch Google macht. Wollt ihr als naechstes Google sperren? Ihr zerstoert durch sinnlose Forderungen das ganze Internet!
Unsere Kultur entwickelte sich ueber das Kopieren und Sharen und nicht durch irgendwelche Einschraenkungen. Wir duerfen uns nicht ins Mittelalter zurueckschubsen lassen, weil irgendwelche alten Saecke noch im letzten Jahrhundert leben. #neuland
Haette es so ernste Copyrightverstoesse gegeben, warum kontaktiert ihr uns nicht wie alle anderen einfach per Kontakt Formular und teilt uns eure Probleme mit? Wir bearbeiten alle Copyrightverstoesse, wie jeder Dienst es im Internet auch machen muss.
Doch durch einen massiven finanziellen Einfluss und Lobbyismus versucht ihr Gesetze zu veraendern und anzupassen, damit es euch, der Content Mafia passt. #nonsenseGVU/VAP
Lasst euch von der Content-Mafia nicht herumschubsen und lasst euch nicht vorschreiben welche Seiten ihr besuchen duerft und welche nicht. Diese Entscheidung sollte euch ueberlassen werden! #freedom
Der Europaische Gerichtshof hatte zuvor bereits festgestellt, dass Netzsperren zulässig seien. Das Urteil birgt das Risiko, als Muster für die Durchsetzung weiterer Sperren zu wirken, die leicht zur Zensur für unliebsame Inhalte werden könnten – seien es als extremistisch angesehene und pornographische Inhalte oder Dinge wie Online-Glücksspiele. Das Urteil ist ein Rückschritt, denn viel sinnvoller wäre es, Seiten mit rechtswidrigen Inhalten stattdessen zu löschen.



