Goldpreisrückgang geht mit hohem Handelsvolumen an der COMEX einher. Silber so preiswert gegenüber Gold wie zuletzt Anfang 2009. - Genährt wird der Preisverfall durch einen starken Dollar, der gegenüber dem Euro im Bereich eines 2-Jahreshochs handelt.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis gab gestern bis auf 1.138 USD je Feinunze nach, was dem niedrigsten Niveau seit 4½ Jahren entspricht. Der Preisdruck dürfte vor allem vom Futuresmarkt ausgegangen sein. Hierauf deutet das hohe Handelsvolumen an der COMEX hin, welches gestern mit 291 Tsd. Kontrakten fast doppelt so hoch lag wie im bisherigen Jahresdurchschnitt.
Genährt wird der Preisverfall durch einen starken Dollar, der gegenüber dem Euro im Bereich eines 2-Jahreshochs handelt. Der Preis wird darüber hinaus dadurch belastet, dass chinesische Goldkäufer, die in der Vergangenheit fallende Preise häufig als günstige Einstiegsgelegenheit nutzten, weiterhin abwarten.
Gold an der Shanghaier Goldbörse wird seit Tagen zumeist mit einem Abschlag zu den Weltmarktpreisen gehandelt. Auch die ETF-Investoren ziehen sich weiter zurück. Gestern flossen 4,4 Tonnen aus den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs ab, wovon 3 Tonnen auf den SPDR Gold Trust, den weltgrößten Gold-ETF, entfielen.
Seit Wochenbeginn summieren sich die gesamten Gold-ETF-Abflüsse bereits auf über 10 Tonnen. Silber gab gestern zwischenzeitlich rund 5% nach und fiel mit 15,14 USD je Feinunze auf das niedrigste Niveau seit Februar 2010. Das Gold-Silber-Verhältnis erreichte mit 75 das höchste Niveau seit Anfang 2009 (Grafik des Tages). Die physische Nachfrage nach Silber scheint daher anzuziehen: So gab die US-Münzanstalt gestern bekannt, aufgrund starker Nachfrage in den letzten Wochen vorerst keine „American Eagle“-Münzen mehr verkaufen zu können.



