Ölpreise fallen vor richtungsweisender OPEC-Sitzung auf 4-Jahrestiefs. Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar für OPEC-Sitzung angeblich einig. - Gold: das Schweizer Goldreferendum, das am Sonntag stattfindet, dürfte seine Schatten vorausgeworfen haben.
Von Commerzbank Commodity Research
Laut dem saudi-arabischen Ölminister al-Naimi sind sich Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar für die heutige OPEC-Sitzung einig. Die Ölpreise sind daraufhin auf neue 4-Jahrestiefs gefallen, weil diese vier Länder eine Produktionskürzung aller Voraussicht nach ablehnen dürften. Brent kostet inzwischen weniger als 76 USD je Barrel, WTI nur noch etwas mehr als 72 USD je Barrel.
Die große Mehrheit der Marktteilnehmer geht mittlerweile davon aus, dass der OPEC kein großer Wurf gelingen wird. 38% der von Reuters befragten Marktteilnehmer rechnen genau wie wir damit, dass sich die OPEC-Mitglieder lediglich auf einen Minimalkonsens, nämlich einer besseren Einhaltung des gegenwärtigen Produktionsziels von 30 Mio. Barrel pro Tag einigen werden.
20% der Umfrageteilnehmer rechnen nicht einmal damit. Nur 22% erwarten eine Produktionskürzung von bis zu 1 Mio. Barrel pro Tag oder mehr. Genau dies wäre aber notwendig, damit der Ölmarkt nicht deutlich überversorgt ist. Denn der Bedarf an OPEC-Öl wird im nächsten Jahr sowohl von der OPEC als auch von der Internationalen Energieagentur auf lediglich 29,2 Mio. Barrel pro Tag geschätzt.
Aktuell produziert die OPEC knapp 31 Mio. Barrel pro Tag. Produktionsschätzungen für November werden von Reuters und Bloomberg morgen veröffentlicht. Aufgrund der geringen Erwartungshaltung im Vorfeld der OPEC-Sitzung dürfte die Preisreaktion nach oben im Falle einer unerwarteten stärkeren Produktionskürzung kräftiger ausfallen als die Preisreaktion nach unten, falls die OPEC wie erwartet nichts beschließen wird. In diesem Fall dürfte der Brentölpreis unter 75 USD je Barrel fallen, WTI in Richtung 70 USD je Barrel.
Gold
Der Goldpreis fiel in der Nacht auf ein Wochentief von 1.185 USD je Feinunze und handelt am Morgen nur leicht darüber. Angesichts schwächerer US-Konjunkturdaten und eines leicht abwertenden US-Dollars ist dies etwas überraschend. Offenbar haben aber einige Marktteilnehmer ihre Positionen vor dem langen Wochenende – in den USA bleiben die Märkte heute wegen des Erntedankfestes geschlossen – glattgestellt. Auch dürfte das Schweizer Goldreferendum, das am Sonntag stattfindet, seine Schatten vorausgeworfen haben. Letzten Umfragen zufolge gilt eine Zustimmung als unwahrscheinlich, so dass sich Hoffnungen auf massive Goldkäufe der Schweizer Notenbank nicht erfüllen dürften.
Platin und Palladium verteuerten sich gestern auf knapp 1.230 USD je Feinunze bzw. gut 800 USD je Feinunze, wobei Palladium damit ein 3½-Wochenhoch markierte. Der Platinpreis stemmte sich dabei gegen einen umfangreichen Abfluss aus den ETFs. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Platin-ETFs wurden um 31,8 Tsd. Unzen reduziert, was dem größten Tagesabfluss seit Mai entspricht. Dieser ist nahezu ausschließlich auf den Platin-ETF von Absa Capital in Südafrika zurückzuführen und deutet auf den Rückzug eines institutionellen Anlegers hin. Die Bestände der Palladium-ETFs waren dagegen nahezu unverändert. Anscheinend haben jüngst einige kurzfristig orientierte Finanzinvestoren die niedrigen Preise als attraktive Kaufgelegenheiten erachtet.



