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ÖL: Der Crash geht weiter

OPEC bestätigt Produktionsziel von 30 Mio. Barrel pro Tag und sorgt damit für Preissturz am Ölmarkt. OPEC-Entscheidung lässt massives Überangebot im 1. Halbjahr 2015 erwarten. - Airlines heben ab.

 

Von Commerzbank Commodity Research

Die Ölpreise erlebten gestern einen regelrechten Ausverkauf. Brent und WTI stürzten um bis zu 8% ab. Brent kostete zwischenzeitlich nur noch 71 USD je Barrel, WTI notierte im Tief bei knapp 68 USD je Barrel. Beides entspricht den niedrigsten Niveaus seit mehr als vier Jahren. Auslöser war die Entscheidung der OPEC, das Produktionsziel bei 30 Mio. Barrel pro Tag zu belassen.

Offensichtlich hatten im Vorfeld doch noch einige Marktteilnehmer mit einer Kürzung gerechnet, obwohl Kommentare aus Saudi-Arabien dies unwahrscheinlich machten. Auch ließ die OPEC eine klare Botschaft vermissen, dass die Produktion an das Produktionsziel angepasst werden soll. Zuletzt lag die Förderung knapp 1 Mio. Barrel pro Tag über dem Ziel.

Selbst bei einer Einhaltung des Zielwertes würde der Ölmarkt im ersten Halbjahr 2015 deutlich überversorgt sein, da der Bedarf an OPEC-Öl laut OPEC-Schätzung im 1. und 2. Quartal 2015 nur bei 28,4 Mio. bzw. 28,5 Mio. Barrel pro Tag liegt.

OPEC-Generalsekretär el-Badri antwortete auf die Frage, was die OPEC dagegen zu tun gedenke, kurz und knapp, man werde 30 Mio. Barrel pro Tag produzieren. Deutlicher kann der Strategiewechsel der OPEC nicht auf den Punkt gebracht werden. Anstatt wie früher mit einer Anpassung des Angebots die Marktbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen, setzt man nun auf die Kraft des Marktes.

Der Ölpreis dürfte so lange fallen, bis eine steigende Nachfrage und ein fallendes Angebot außerhalb der OPEC dafür sorgen, dass das Überangebot verschwindet. Die Schlüsselrolle dürfte dabei den US-Schieferölproduzenten zukommen, die bei Preisen unter 70 USD je Barrel zunehmend in Probleme geraten dürften.

Die falllenden Ölpreise dürften für Verbraucher und Industrie eine große Erleichterung sein. Insbesondere Öl-sensitive Aktien wie Airlines konnten kräftig zulgegen. Im DAX stieg die Lufthansa heute in der Spitze um 5%. Die Airline hatte letztes Jahr Kerosinkosten von 7 Mrd. Dollar auf der Uhr. Bei einem Rückgang der Preise um 30% dürfte allein Lufthansa 1-2 Mrd. an Kosten sparen.

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