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Lufthansa auf Crashkurs

Trotz aller tatsächlichen oder behaupteten Fortschritte in den Verhandlungen scheinen Management und die in der Vereinigung Cockpit (VC) organisierten Piloten der Lufthansa weiter auf Crashkurs zu steuern.

 

Börsen-Zeitung: Auf Crashkurs, Kommentar zur Lufthansa von Peter Olsen

Nach den Planungen des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG wird 2015 für Kunden und Fluggäste der Lufthansa Gruppe ein Jahr mit zunehmend guten Nachrichten." Mit diesen Worten nach der Aufsichtsratssitzung bemüht sich die Airline darum, nach dem von Streiks der Piloten beeinträchtigten Jahr 2014 für das kommende Jahr Hoffnung auf Normalität zu machen. Dabei setzt Vorstandschef Carsten Spohr darauf, die Stammkunden mit den streikbedingten Flugausfällen in diesem Jahr zwar enttäuscht, aber nicht auf Dauer verloren zu haben.

Ob das mit der Normalität so rasch etwas wird, steht allerdings dahin. Denn trotz aller tatsächlichen oder behaupteten Fortschritte in den Verhandlungen scheinen Management und die in der Vereinigung Cockpit (VC) organisierten Piloten der Lufthansa weiter auf Crashkurs zu steuern. Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens erklärte jetzt die Gespräche mit VC bezüglich des Low-Cost-Konzeptes Eurowings für gescheitert, will die bisher aufgeschobenen Verhandlungen zur Neuregelung der betrieblichen Altersversorgung forcieren und lädt die Piloten ein, bezüglich der umstrittenen Übergangsversorgung gemeinsam in die Schlichtung zu gehen.

Ein Annähern der Positionen sieht anders aus, das Management will seinen Kurs durchziehen. "Der Verlauf der heutigen Aufsichtsratssitzung hat noch einmal bestätigt, dass unsere konsequente Haltung zu den offenen Themen ohne Alternative ist", betonte denn auch Vorstandschef Carsten Spohr.

Die Lufthansa, im Wettbewerb auf der Kurzstrecke von Low-Cost-Carriern bedrängt, auf der Langstrecke von Golf-Airlines attackiert, will und muss aus dieser Zwickmühle heraus. Der Aufsichtsrat hat deshalb erwartungsgemäß für die strategischen Planungen des Vorstands für eine eigene Billigstrategie unter der Marke Eurowings auf kurzen und langen Strecken grünes Licht gegeben. Anders als Germanwings unterliegt Eurowings nicht dem Konzerntarifvertrag (KTV) und macht ganz andere Kosten- und Entgeltstrukturen als sonst im Konzern möglich.

Und in diesem von Spohr mit den Begriffen jung, frisch, innovativ, dynamisch und ideenreich beschriebenen Billigkonzept sollen vor allem auf den Preis schauende Privatreisende angesprochen und für den Konzern wieder Wachstum generiert werden. Das Vorgehen ist in der Branche ohne Beispiel. Genau deshalb ist auch die Unsicherheit groß, ob es der Lufthansa so gelingen kann, sich im Wettbewerb zu behaupten und die Profitabilität dauerhaft zu sichern.

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