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Goldman warnt vor Deflation wegen Öl

Goldman Sachs: Große Deflationsgefahr in Euro-Zone. Ölpreis wird nicht weiter fallen. - „Die derzeitige Inflationsrate von unter 0,5 Prozent ist für die Anpassung der Verschuldungsquoten und relativen Preise im Euro-Raum schädlich.“

 

Die US-Investmentbank Goldman Sachs sieht eine große Deflationsgefahr in der Euro-Zone, die durch die niedrigen Ölpreise noch beschleunigt werde. „Das Deflationsrisiko in der Euro-Zone ist erheblich. Es ist nicht mehr ausgeschlossen, dass es auf breiter Front zu sinkenden Preisen kommen könnte“, sagte Chefökonom Jan Hatzius im Interview mit der WirtschaftsWoche.„Die derzeitige Inflationsrate von unter 0,5 Prozent ist für die Anpassung der Verschuldungsquoten und relativen Preise im Euro-Raum schädlich.“


Die Europäische Zentralbank müsse mit einer gelockerten Geldpolitik auf die Situation reagieren. „Eine weitere Lockerung wäre angemessen. Denn von ihrem Inflationsziel von knapp zwei Prozent ist die EZB weit entfernt.“ Der EZB macht Hatzius den Vorwurf, „auf die niedrige Inflation viel zu spät reagiert“ zu haben. „Ich staune immer noch über die Zinse! rhöhung des Jahres 2011.“

 

Ölpreis wird nicht weiter fallen

Der Ölpreis hat nach Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs seinen Tiefpunkt erreicht und wird sich mittelfristig wieder nach oben bewegen. „Es ist ein Niveau erreicht, bei dem die Angebotsseite in absehbarer Zeit reagieren dürfte“, sagte Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Ich erwarte mittelfristig keinen weiteren Rückgang beim Ölpreis.“ Der niedrige Ölpreis dämpfe die Investitionen in Förderungskapazitäten. „Das führt längerfristig zu einer Verknappung des Angebots und einem tendenziellen Anstieg des Ölpreises.“


Allerdings rechnet Hatzius damit, dass der niedrige Ölpreis die Konjunktur etwa in der Euro-Zone stabilisiert. „Ich rechne mit einem Wachstum in der Euro-Zone von knapp einem Prozent.“ Dabei helfe der niedrigere Ölpreis. „Auch die Abwertung des Euro dürfte einen leichten konjunkt! urellen Impuls geben.“ Schwächer als viele deutsche Ökonomen sieht Hatzius das Wachstum in Deutschland. „Wir sehen für 2015 ein Wachstum von etwa einem Prozent in Deutschland.“ Allerdings nennt das der Ökonom immer noch „respektabel“.


Allerdings könne Deutschland mehr für die Konjunktur tun. Das Land habe „angesichts seiner entspannten Haushaltslage durchaus Spielraum für eine fiskalpolitische Lockerung hat. Das wäre sowohl aus deutscher als auch aus europäischer Sicht sinnvoll.“

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