Allensbach-Chefin Köcher: Deutsche sorgen sich um ihre Sicherheit – Die Hälfte der Bevölkerung hat Kriegsangst
Die Mehrheit der Deutschen blickt kurz vor Weihnachten besorgt auf die innere und äußere Sicherheit des Landes. „54 Prozent machen sich Sorgen, dass Deutschland in militärische Konflikte hineingezogen werden könnte“, schreibt Allensbach-Chefin Renate Köcher in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. „Die Krise um die Ukraine, die Destabilisierung in vielen Weltregionen und die Gefahren durch terroristische Gruppierungen haben die Bürger in diesem Jahr nachhaltig beeindruckt und das Gefahrenbewusstsein erhöht“, schreibt Köcher mit Verweis auf aktuelle Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach.
Auch die innere Sicherheit werde zunehmend zum Thema. „Die steigende Kriminalitätsrate und insbesondere die wachsende Zahl der Einbrüche beunruhigen die Bürger; 55 Prozent machen sich darüber Sorgen, überdurchschnittlich die ältere Generation“, warnt Köcher. Darüber hinaus bezögen sich die Sorgen der Deutschen vor allem auf die sozialen Sicherungssysteme. So befürchte die Mehrheit Leistungskürzungen bei den Krankenkassen. Knapp jeder Zweite blicke beunruhigt auf das Rentensystem. „39 Prozent befürchten, dass sie ihren erreichten Lebensstandard im Alter nicht halten können“, so die Allensbach-Chefin.
„Die durchaus realistischen Sorgen zeigen, dass die Bürger zurzeit zwar relativ entspannt, aber gleichzeitig durchaus gefahrenbewusst sind“, schreibt Köcher. Die Mehrheit sehe dem kommenden Jahr hoffnungsvoll entgegen und rechne in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung zumindest mit einer stabilen Situation. „Knapp die Hälfte der Bürger geht davon aus, dass sich in den nächsten sechs Monaten konjunkturell nur wenig verändern wird, 16 Prozent rechnen mit einem Aufschwung, 26 Prozent mit einer negativen Entwicklung“, so die Allensbach-Chefin. „Vor dem Hintergrund der robusten Verfassung der deutschen Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in den vergangenen Jahren ist dies ein positives Stimmungsbild.“



