Der Satire-Streifen "The Interview" könnte durchaus weltpolitische Konsequenzen haben. Denn die USA gehen jetzt gegen Nordkorea vor - von wo aus der angebliche Hackerangriff gegen Sony gestartet wurde. Steht Nordkorea nun auf der Abschuss-Liste? Ist es ein erster Schritt, um die Machtsphäre Chinas einzudampfen?
Von Axel Retz
Pünktlich zu Weihnachten sollte in den US-Kinos die irgendwo zwischen Klamauk und Satire angesiedelte „Komödie“ The Interview anlaufen, in der es um ein von zwei US-Journalisten geplantes Attentat auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un geht. Ein angeblicher Hackerangriff aus Nordkorea gegen Sony- Pictures und angekündigte Terrorangriffe aus Kinos ließen das Unternehmen nun vom Filmstart absehen.
US-Präsident Obamas Reaktion folgte auf dem Fuße. Der Hackerangriff auf das US-Filmunternehmen habe „erheblichen Schaden angerichtet“ und werde „ernste Konsequenzen“ nach sich ziehen. Es könne nicht sein, dass „irgendein Diktator an irgendeinem Ort in den USA eine Zensur durchsetzen könne.“
Nun ja. Den Schaden, den NSA und Konsorten mit ihrer flächendeckenden Spionage anrichten, will ich mal außen vor lassen. Das gilt auch für den CIA-Folterbericht des US-Senats, von dem ja nicht „irgendein Diktator an irgendeinem Ort“, sondern die US-Regierung selbst rund vier Fünftel zensiert hat.
Das Filmchen, das auf dem einen oder anderen Wege natürlich veröffentlicht werden wird, hätte sich eine potentere Marketingmaßnahme als die des Weißen Hauses aber zweifellos nicht wünschen können.



