Wie geht es weiter in Russland? Welche Auswirkungen haben die Sanktionen und der Rubel-Crash? Dazu Michael Mross in einem Interview mit RT Deutsch.
Der Westen will Russland und Putin bestrafen und merkt nicht, dass die Sanktionen voll zurückschlagen. Die in Jahrzehnten aufgebauten wirtschaftlichen Beziehungen zum östlichen Nachbarn sind in Gefahr. Schon jetzt ist viel Porzellan zerschlagen worden. Es dürfte schwierig sein, die Ausfälle mit dem Westen durch China zu kompensieren. Letztlich gibt es aufgrund der aktuellen Politik nur Verlierer.
Mehr noch: die Krise in Russalnd könnte auch eine neue Finanzkrise auslösen. Westliche Banken haben Milliardenkredite in Russland ausstehen. Diese können aufgrund des Wirtschaftsrückgangs und des Rubelcrashs in Zukunft kaum noch bedient werden. Müssen deshalb in Zukunft Banken wieder gerettet werden? Insbesondere österreichische und französische Banken haben große Engagements - nicht nur in Russland sondern auch in der Ukraine. Geldsystematischen Auswirkungen der Krise werden von den Politikern kaum bedacht.
Sollte Russland jedoch ernsthaft in Schwierigkeiten geraten, hätte dies in jedem Fall auch schwerwiegende Konsequenzen für den Westen. Und je größer die wirtschaftlichen Verpflechtungenn sind, desto schlimmer dürften die Probleme werden. Besonders betroffen: Deutschland. Fast jedes große Unternehmen hat irgendwelche Ableger in Russland. Bei einem Rubelsturz von 50% müssten diese Firmen 50% ihrer Assets abschreiben.
Russland muss es gelingen, besonders die Wogen an der Währungsfront zu glätten. Die Rubelverkäufe erfolgten hauptsächlich durch Inländer, weil die russische Währung kaum von Ausländern gehalten wird.
Letztlich sind alle Politiker in Ost und West gefordert, den Konflikt gemeinsam zu lösen. Doch Anstrengungen dazu gibt es bisher kaum. Fakt jedenfalls ist: Wenn sich die Krise weiter verschärft, könnte 2015 sehr ungemütlich werden. Nicht nur in Russland, sondern auch im Westen.



