Liberale Vereinigung kritisiert Rolle der Gewerkschaften insgesamt: „Die Gewerkschaften spielen in unserem Land eine Rolle, die weit über das hinausgeht, was im Sinne der Gesellschaft wäre. Es ist höchste Zeit, ihre Macht zu beschneiden und ihren Einfluss zurückzudrängen." - ifo: Nahverkehrsstreiks kosteten Pendler täglich 4,8 Millionen Euro.
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„Das Streikgebaren der GDL lässt sich mit zwei einfachen Wörtern beschreiben: Reine Erpressung“, stellt Wolfgang Baumbast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Liberalen Vereinigung fest. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer bestreikt seit gestern sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr in ganz Deutschland für fast eine ganze Woche. „Wer die Bürger eines der wichtigsten Nah- und Fernverkehrsmittel beraubt, der kann nicht zeitgleich gesellschaftliche Solidarität einfordern.“
Es zeige sich einmal mehr, dass gerade jene Organisationen, die sich vorgeblich als sozial verstünden, gerade nicht im Sinne der Gesellschaft handeln. Eben jene, die stets behaupten, sie würden die Interessen der Schwachen verteidigen, tun tatsächlich das Gegenteil. Dieser Arbeitskampf werde ganz bewusst auf dem Rücken der Bürger ausgetragen, so Baumbast weiter. „Dabei geht es keinesfalls um die Frage, ob die Lokführer mehr Lohn verdienen oder nicht, sondern ob Vertragsverhandlungen mit erpresserischen Methoden geführt werden sollen. Wir meinen: Grundsätzlich Nein!“
„Mit einem grundsätzlichen liberalen Verständnis von Eigentumsrechten und Freiheit, insbesondere Vertragsfreiheit, lassen sich Flächentarifverträge ebenso wie das weitreichende Streikrecht der Gewerkschaften kaum in Einklang bringen“, ergänzt Steffen Schäfer, ebenfalls Vorstandsmitglied der Liberalen Vereinigung. Die Gewerkschaften an sich sind dabei das Problem. Der Mindestlohn sei ein gutes, aber bei weitem nicht das einzige Beispiel für diese unsoziale Politik der Gewerkschaften. Sie sind im Interesse ihrer Klientel bemüht, beispielsweise Arbeitslose und Geringqualifizierte vollständig und dauerhaft aus dem Arbeitsmarkt zu verdrängen.
„Die Gewerkschaften spielen in unserem Land eine Rolle, die weit über das hinausgeht, was im Sinne der Gesellschaft wäre. Es ist höchste Zeit, ihre Macht zu beschneiden und ihren Einfluss zurückzudrängen. Arbeitsverträge sollten innerhalb eines jeden Unternehmens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer direkt ausgehandelt werden“, so Schäfer abschließend.
ifo: Nahverkehrsstreiks kosteten Pendler täglich 4,8 Millionen Euro
Streiks im öffentlichen Personennahverkehr führen zu einer stärkeren Nutzung von Autos, mehr Unfällen, mehr Verletzten und zu einer größeren Luftverschmutzung. Das haben Forscher des ifo Instituts und der Universität Passau in einer neuen Studie zu Streiks in fünf deutschen Großstädten herausgefunden. Die Fahrtzeiten zum und vom Arbeitsplatz verlängerten sich an Streiktagen um durchschnittlich 9,3 Prozent. Allein ein eintägiger Streik in einer Stadt verlängerte die Fahrtzeiten um 91.700 Stunden oder 2294 Arbeitswochen. Das entspricht Kosten von rund 4,8 Millionen Euro. Das ist vier Mal so viel wie die durchschnittlichen Einnahme-Verluste des jeweiligen Transport-Unternehmens, die pro Streiktag auf 1,2 Millionen Euro geschätzt wurden. Insgesamt entsprachen die Zeitverluste bei allen 71 untersuchten Streiks einer Summe von 338,6 Millionen Euro.
Die Autonutzungszeiten nahmen der Studie zufolge zu um 15 Prozent, die Zahl der Verkehrsunfälle um 14 Prozent und die Zahl der Verletzten um 20 Prozent. Die Luftverschmutzung erhöhte sich um 14 Prozent und die Zahl der kleinen Kinder, die wegen Atemwegsbeschwerden ins Krankenhaus eingeliefert wurden, um 11 Prozent. Untersucht wurden 71 Nahverkehrsstreiks von 2002 bis 2011 in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt.



