Zwischen der Renditeentwicklung und dem Goldpreis in Euro bestand in den letzten Tagen ein enger inverser Zusammenhang. Entsprechend dürften die Marktteilnehmer weiter mit Argusaugen die Entwicklung an den Rentenmärkten verfolgen.
Von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis handelt weiterhin deutlich unter 1.200 USD je Feinunze. Gold in Euro steigt dagegen auf 1.060 EUR je Feinunze, wofür ein schwächerer Euro und merklich fallende Anleiherenditen verantwortlich zeichnet.
Die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen notiert am Morgen bei 0,55%, nachdem gestern in der Spitze 0,78% erreicht wurden. Zwischen der Renditeentwicklung und dem Goldpreis in Euro bestand in den letzten Tagen ein enger inverser Zusammenhang. Entsprechend dürften die Marktteilnehmer weiter mit Argusaugen die Entwicklung an den Rentenmärkten verfolgen.
Der Fokus dürfte sich heute auch auf die US-Arbeitsmarktdaten richten. Denn diese dürften den Ausschlag darüber geben, ob die US-Notenbank an ihrem Bild einer Sonderfaktoren geschuldeten, temporären Schwäche im ersten Quartal festhält oder nicht. Gerät die optimistische Sichtweise der Fed ins Wanken, dürfte der Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung weiter nach hinten verschoben werden, wovon Gold profitierten würde.
Enttäuschende Arbeitsmarktdaten könnten Gold daher über die Marke von 1.200 USD je Feinunze steigen lassen. Unterdessen droht in der südafrikanischen Platinminenindustrie neues Konfliktpotenzial. Der drittgrößte Platinproduzent Lonmin hat angekündigt, 3.500 Stellen streichen zu wollen. Dies könnte zu neuen Arbeitskämpfen führen, da die radikale Gewerkschaft AMCU dem kaum tatenlos zustimmen dürfte. Die Angebotsrisiken bei Platin bleiben damit latent, was dem Platinpreis Unterstützung geben sollte.



