Abseits von Verschwörungstheorien, dass die Ukraine ein Vasallenstaat der USA wird, verzeichnet das Land in der Tag jetzt zunehmende Unterstützung durch die USA und den IWF. Aus ...
Von Claudio Kummerfeld
Abseits von Verschwörungstheorien, dass die Ukraine ein Vasallenstaat der USA wird, verzeichnet das Land in der Tat jetzt zunehmende Unterstützung durch die USA und den IWF. Aus dieser Unterstützung resultiert natürlich auch eine gewisse Abhängigkeit…

Arsenij Jazenjuk, Premierminister der Ukraine.
Foto: Ybilyk/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)
Ukraine-Anleihen
Die Ukraine hat Ende Mai Anleihen für 1 Milliarde US-Dollar am internationalen Kapitalmarkt platziert, die durch die US-Regierung garantiert werden. Durch die Absicherung der USA war man sogar in der Lage die Anleihen zu fast 0%-Konditionen am Markt zu platzieren. Wenn also die Ukraine zahlungsunfähig wird, können sich die Inhaber dieser Anleihen das Geld beim US-Finanzministerium holen. Grunsätzlich betrachtet ist dies natürlich positiv zu bewerten, wenn die Ukraine Kreditgarantien erhält. Aber natürlich wird man dadurch sicherlich empfänglicher für Wünsche der US-Regierung – aber in diesem Fall dürfte das kein großes Problem sein, denn beide haben den selben „Gegner“, nämlich Wladimir Putin.
Jazenjuk-Besuch in Washington
Premierminister Arsenij Jazenjuk weilt derzeit in Washington D.C. um für die Ukraine die große Werbetrommel zu rühren. So traf er sich u.a. mit der Energieministerin, dem Finanzminister und mit dem stellvertretenden (!) Außenminister. Auch gab er gestern vor Ort CNN ein Interview und betonte „amerikanische Investments seien ein weiteres Sicherheitsschild für die Ukraine“. Weiter sagte er „The best way to respond to President Putin – to show that Ukraine is a successful and flourishing European state that is supported by the US“.
Im Gespräch mit US-Finanzminister Lew ging es u.a. darum, das durch die USA wahrscheinlich eine zusätzliche Milliarde Dollar an Anleihe-Garantien ausgesprochen werden. Auch setzte sich Lew für eine „Restrukturierung der ukrainischen Schulden“ im Rahmen des IWF-Programms ein. Und siehe da, nur einen Tag später verkündete der IWF es sei möglich, dass der IWF die Ukraine weiter finanziell unterstütze, falls sie ihre Rückzahlungen an andere Anleiheschuldner einstellt. Man könnte fast meinen der US-Finanzminister hat beim IWF Einfluss genommen (natürlich eine reine Vermutung).
Geld heranraffen von allen Seiten
Man sieht: neben den Töpfen von EU und IWF holt sich die Ukraine jetzt auch erfolgreich Geld aus den USA. Denn Garantien für Anleihen sind ja nichts anderes als eine reale Unterstützung, denn die Wahrscheinlichkeit, dass diese Garantien in Anspruch genommen werden, ist sehr groß – es sei denn die Ukraine macht es wie Griechenland – dauerhafte nicht enden wollende Umschichtung der Schulden! Immer wieder alte Schulden mit neuen Schulden bezahlen.
Die Hilfe gerade vom IWF kann die Ukraine gut gebrauchen, denn wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat die ukrainische Finanzministerin Jaresko verkündet Gläubiger von Euro notierten Anleihen müssten mit einem Forderungsverzicht von 40% rechnen. Auch müssten Anleiheinhaber mit Koupon-Kürzungen und Ausdehnung der Laufzeiten rechnen. Wenn man bedenkt, dass die Ukraine vor Kurzem ein Gesetz verabschiedet hat, welches dem Präsidenten die Möglichkeit einräumt die Rückzahlung von Anleihen ganz bewusst auszusetzen, und wenn man ferner die aktuelle Aussage des IWF berücksichtigt auch dann der Ukraine noch helfen zu wollen, ist das eine verdammt starke Drohkulisse gegenüber Gläubigern, die damit zum Einlenken „ermuntert“ werden könnten.
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