Geldgeber fürchten hohen Finanzbedarf Griechenlands – Mehrere Optionen für Brückenfinanzierung. Der Finanzbedarf des Krisenlandes werde in den kommenden drei Jahren die zuletzt prognostizierten 50 Milliarden Euro vermutlich deutlich übersteigen und etwa bei 80 Mrd. liegen.
Ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland könnte deutlich teurer werden als bislang angenommen. Der Finanzbedarf des Krisenlandes werde in den kommenden drei Jahren die zuletzt prognostizierten 50 Milliarden Euro vermutlich deutlich übersteigen, erfuhr das Handelsblatt (Freitagausgabe) aus Regierungskreisen. Bei den Geldgeber-Institutionen EU, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) würden einige Schätzungen sogar auf einen Finanzbedarf von bis zu 80 Milliarden Euro hindeuten, hieß es. Noch stehe die Summe aber nicht fest, da sie entscheidend von den neuen Spar- und Reformmaßnahmen Griechenlands abhänge.
Die Geldgeber diskutieren zudem verschiedene Optionen für eine kurzfristige Brückenfinanzierung. So soll Griechenland bei einer Einigung über Wasser gehalten werden, bis der Rettungsfonds ESM die erste Tranche auszahlen kann.! Einige Euro-Staaten, darunter Deutschland, prüfen nach Informationen des Handelsblatts, ob der sogenannte EFSM Athen helfen könnte. Dabei handelt es sich um einen 60 Milliarden Euro schweren EU-Hilfstopf, aus dem Portugal und Irland Geld erhalten haben. Der EFSM habe noch Kapazitäten, hieß es. Die Idee soll allerdings auf Widerstand der EU und vieler Nicht-Euro-Staaten treffen. Vor allem Großbritannien lehne es ab, für Griechenland ins Risiko zu gehen, hieß es.
Deshalb wird nach Alternativen gesucht. Es werde geprüft, ob Spekulationsgewinne aus den EZB-Anleihekäufen (SMP-Programm) genutzt werden könnten. Zuletzt waren noch 1,8 Milliarden Euro vorhanden, weitere 1,8 Milliarden Euro kommen dieses Jahr hinzu. Das Geld könnte gerade so ausreichen für eine Brückenfinanzierung im Juli. Eigentlich ist es aber mit dem abgelaufenen zweiten Hilfsprogramm für Athen verfallen. Eine Nutzung sei schwierig, aber nicht unmöglich, hieß es im U! mfeld der Geldgeber-Institutionen. Eine dritte Möglichkeit: Einige Euro-Staaten wie Frankreich könnten Griechenland einen bilateralen Überbrückungskredit gewähren.



