Gold fällt trotz schwächerem US-Dollar und fallender Aktienmärkte. Anhaltende Abflüsse aus den Gold-ETFs. Edelmetalle mittlerweile auch trotz eines zuletzt abwertenden US-Dollar und fallender Aktienmärkte schwach.
Von Commerzbank Commoditiy Research
Der Abwärtstrend an den Edelmetallmärkten setzt sich fort und die Preise nähern sich wieder ihren Tiefständen vom Wochenbeginn. Gold fällt heute Morgen erneut unter die Marke von 1.100 USD je Feinunze. In Euro gerechnet rutscht Gold erstmals seit Anfang Januar wieder unter das Niveau von 1.000 EUR je Feinunze.
Damit zeigt sich Gold mittlerweile auch trotz eines zuletzt abwertenden US-Dollar und fallender Aktienmärkte schwach. Die ETF-Investoren trennen sich deshalb weiter von ihren Beständen: Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten gestern Abflüsse von 4,4 Tonnen, womit die Bestände seit Monatsbeginn um gut 28 Tonnen reduziert wurden.
Robuste Münzabsätze
Die US-Münzanstalt hat seit Monatsbeginn 111 Tsd. Unzen Goldmünzen verkauft und damit soviel in einem Monat wie zuletzt vor mehr als zwei Jahren – können dies bei weitem nicht ausgleichen. Denn dies entspricht lediglich 3,5 Tonnen Gold. Auch bei Platin und Palladium erweist sich die gestrige Erholungsbewegung offenbar als kurzlebig, denn beide Preise stehen heute zu Handelsbeginn ebenfalls wieder unter Druck. Platin verbilligt sich auf gut 960 USD je Feinunze, Palladium fällt auf knapp 620 USD je Feinunze. Im Gegensatz zu Gold kam es bei den Platin- und Palladium-ETFs gestern zu Zuflüssen von 22,8 Tsd. bzw. 8,9 Tsd. Unzen.
Damit sind die Bestände der Platin-ETFs seit Jahresbeginn nun sogar gestiegen. Ohne diese ETF-Zuflüsse würde der Platinpreis wohl noch deutlich tiefer handeln. Silber zeigte sich gegenüber Gold zuletzt deutlich standhafter. So hat Silber in den letzten fünf Tagen nur 2,3% verloren, Gold dagegen knapp 5%. China hat im Juni gut 224 Tonnen Silber importiert, 15% mehr als im Vorjahr. Seit Jahresbeginn liegen die chinesischen Silbereinfuhren nun leicht über dem vergleichbaren Vorjahresniveau.
Der Euro kann sich über der 1,09 Marke halten trotz negativen Sentiments an den Währungsmärkten.



