Die Asylindustrie blüht. Findige Geschäftemacher kaufen ausrangierte Häuser und machen daraus Flüchtlingsheime. Ein lukratives Geschäft mit Schrottimmobilien. Till Schweiger springt nun ebenfalls auf den Boom auf und will ein Flüchtlingsheim errichten.
Alte Gebäude irgendwo am Stadtrand oder in der Pampa sind plötzlich sehr nachgefragt - denn hier lockt ein Millionen-Geschäft. Immer mehr findige Geschäftemacher kaufen irgendwelche Schrottimmobilien die ansonsten unverkäuflich sind und machen daraus Flüchtlingsheime. Pro Tag locken bis zu 80 Euro pro Person.
Dieses Geschäftsmodell hat nun auch offenbar Til Schweiger entdeckt, dessen Freunde eine alte Bundeswehrkaserne erwarben - um daraus eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. In den meisten Fällen eine gute Investition auf Kosten der Steuerzahler. Denn der Staat weiß bekanntlich nicht mehr wohin mit den Flüchtlingen.
„Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen“, sagte der 51-jährige Schauspieler und Regisseur der „Bild am Sonntag“. Anfang 2014 haben die Freunde demnach die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen."
Was auf den ersten Blick sehr fürsorglich klingt ist dennoch oft nichts anderes als knallharte Geschäftemacherei - die man allerdings als Akt der Mitmenschlichkeit verkaufen kann. In dem meisten Fällen verdienen sich die Erwerber von irgendwelchen Schrottimmobilien dumm und dämlich. Motto: Unterkünfte billig kaufen und teuer vermieten. Das funktioniert in Deutschland mit privaten Flüchtlingsheimen ziemlich gut. Das Leid der Flüchtlinge als Rendite-trächtige Investition.
Wenn die zuvor unverkäuflichen Häuser erst mal mit Menschen vollgestopft sind, machen sie sich schon nach wenigen Monaten voll bezahlt:
Beispiel: Im Bayerischen Wald, wo es viele leerstehende Hotels und damit viele potentielle Flüchtlingsheime gibt, war gar eine "Goldgräber-Stimmung" zu spüren. In der Gemeinde Neuschönau krachte es deshalb gewaltig. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion funktionierte der Investor Josef Haberstroh aus Oberbayern das alte "Sporthotel Heidelberg" zu einer Notunterkunft für rund 100 Flüchtlinge um. Weder die Regierung von Niederbayern, die den Auftrag vergeben hatte, noch der neue Hausherr dachten daran wenigstens den Bürgermeister im Ort vorzuwarnen. Haberstroh vermietet nicht nur die Zimmer, er sorgt auch für die Verpflegung der Flüchtlinge. Bei guter Auslastung könnte er damit im Monat über 100.000 Euro umsetzen.
Städte und Gemeinden arbeiten mit privaten Immobilienbesitzern zusammen. Für kriminelle Abzocker ein gutes Geschäft:
► Der Besitzer eines „Hostel“ in Berlin vermietete seine Unterkunft für 50 Euro pro Person und Nacht. Also für happige 1500 Euro Monatsmiete. Weil er auch noch bis zu 14 Personen in eine Wohnung pferchte, kassierte er dafür 21 000 Euro Steuergeld im Monat.
► Gleich mehrere Unterkünfte für bis zu 1500 Asylbewerber bietet ein ehemaliger Stasi-Offizier in Hessen, Sachsen und Thüringen an. Migranten berichten von teils katastrophalen Zuständen: übervolle Zimmer, marode Heiz- und Sanitäranlagen, Ungeziefer.
Das Milliardengeschäft - Beispiel Berlin
Durch die gestiegene Flüchtlingszahl explodieren die Kosten. In Berlin steigen die Ausgaben pro Jahr um knapp 100 Millionen Euro. Für 2015 sind 200 Millionen eingeplant, 2017 bereits 390 Millionen Euro.
Die meisten Bundesländer erstatten den Kommunen eine Kostenpauschale pro Flüchtling. Die ist aber nicht kostendeckend.



