Mit seiner Geschäftsidee, ein Flüchtlingsheim zu eröffnen, geriet Til Schweiger in die Kritik. Im Internet ergoss sich Spott. Nun legt Schweiger nach und fordert Flüchtlinge gegen Nazis zu tauschen. - 5 Millionen Euro pro Jahr vom Staat für Flüchtlinge in einer alten Bundeswehrkaserne?
So einfach ist die kleine Welt des Schauspielers und Geschäftemachers Til Schweiger. Jeder, der die aktuelle Flüchtlingsproblematik kritisiert ist ein Nazi. Nur Til nicht, der mit Freunden ein Flüchtlingsheim in einer alten Bundeswehrkaserne eröffnen will. Dafür würde er sich gern als Held feiern und nicht als übler Geschäftemacher in die Tonne treten lassen. Deshalb greift Schweiger nun zum letzten Mittel: Alles Nazis!
Seinen Kritikern rief er schon am Vortag via Facebook zu: "Ich scheiss auf euch!!!"
Til Schweiger auf Facebook:
Ihr seid so arm....!!!! Anstatt uns bei einer extrem wichtigen Sache zu unterstützen, giesst ihr eure Häme aus...! Schämt euch!!! Twitter-Spott...! Was ist das!???! Irgendwelche Deppen, die lästern und nichts zu tun haben....! Ich guck auf euch runter, voller Mitleid und Verachtung...!!!! Twitter-community( Mehrheit) und SPON(überwiegende Mehrheit)....ihr seid so arm...!! Und dumm..!!!! Aber ich scheiss auf euch und zieh mein Ding durch!!!! Ausserdem: Sigmar Gabriel ist ein gerader Mann!!! Respekt!!!! Und jetzt geht pennen, zu mehr langt es eh nicht bei euch...!!!!! Til Schweiger.... PS: für die Schlauen : direkte Anrede klein geschrieben aus mangelndem Respekt.....!!!!
Es ist sicherlich nicht anzunehmen, dass Schweiger das Asylanwesen mit seinen Millionengagen bezuschusst.
Mit der Erichtung eines Flüchtlingsheims in einer alten Bundeswehrkaserne wollte er sich als Gutmensch präsentieren. Am Wochenende traf er diesbezüglich sogar Wirtschaftsminister Gabriel und plauderte bei einem Gläschen Wein über Asyl. Ob damit auch die Mietkonditionen für das neue Flüchtlingsheim besprochen wurden ist unklar.
Offenbar war sogar geplant, dass die Behörden in der Bundeswehrkaserne schon viel früher ein Erstaufnahmelager errichten wollten. Dies scheiterte jedoch an den Eigentümern. Ging es um Mietpreisverhandlungen?
Bei dem dafür vorgesehenen Gebäude handelt es sich um die ehemalige Rommel-Kaserne in Osterode am Harz. Offiziell gehört die Kaserne nun einer Firma „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“.
Die WELT weiß dazu zu berichten:
Das Land Niedersachsen hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher seien die Verträge mit dem privaten Betreiber – die Firma Princess of Finkenwerder – laut Innenministerium aber noch nicht unter Dach und Fach.
„Das ist noch nicht eingetütet. Wir freuen uns, dass sich auch Herr Schweiger dort engagieren möchte“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Philipp Wedelich, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Schweiger hatte in der „Bild am Sonntag“ gesagt, die Verträge seien seit vergangenen Donnerstag unterschrieben. Vorgesehen war offenbar schon länger, auf dem Gelände zunächst etwa 200, später bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen.
Eine Bürgerinitiative in Osterode hat gegen diese Planungen bereits Bedenken geäußert. Die aus Stade stammende Firma Princess of Finkenwerder sei keine Non-Profit-Organisation, sondern ein gewinnorientierter Betreiber, hieß es. Deswegen gebe es große Sorgen in der Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität.
Im Internet und auch bei Facebook ergoss sich Spott und Häme über Schweigers vorgebliche Hilfsbereitschaft, die möglicherweise mit guten Gewinnerzielungsabsichten motiviert war. Denn der Kauf eine Schrottimmobilie, die anschließend mit hilflosen Flüchtlingen auf Steuerzahlerkosten geflutet wird, lassen sich prächtige Renditen erzielen. Aber jemand der dieses Geschäftsmodell kritisiert, ist für Til Schweiger ein Nazi.
Stellt sich hier die Frage, wer eigentlich der echte Nazi ist? Denn die Diffamierungsmethoden, die Til Schweiger einsetzt, kennt man eigentlich nur aus dem Dritten Reich. Sein Vorteil, dass er aktuell die Political Correctness auf seiner Seite wähnt. Aber diese scheint zu schwinden.
Til Schweiger auf Facebook:
Ich habs probiert, aber selbst wenn man versucht sich nicht aufzuregen und statt dessen versucht gewisse Menschen zu erreichen... immer der gleiche Müll....also entweder ich poste jetzt nur noch Tiervideos oder ich halt die Klappe....hhmnnn.... oder doch nicht:
Alte Bundeswehr-Kaserne zu Flüchtlingsheim: ein Millionen-Geschäft
Dass es sich bei dem angeblichen Bessermenschen-Projekt von Til Schweiger wohl doch eher um ein Besserverdienstprojekt handelt, ist auch nur die halbe Wahrheit, denn diese „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“ ist es wert, genauer betrachtet zu werden.
Bei einer Informationsveranstaltung zum Projekt im März dieses Jahres gab Geschäftsführer Wolfgang Koch an, sein Unternehmen sei in der „Akteneinlagerung und im Betrieb von IT-Serverfarmen“ tätig. Ein weiterer Geschäftspartner, der Hamburger Unternehmer Jan Karras, ist Senior Berater einer Firma namens „Greenzone Consulting“ und bietet damit nicht nur Til Schweiger Personenschutz, sondern auch weltweit individuellen Schutz für Personen und Objekte an.
Jan Karras ist auch in anderen Branchen aktiv. [..] In seinem Profil rühmt er sich unter anderem seiner besonderen Kenntnisse im Umgang im Waffen. Auf deren Internetseite ist Karras als Ansprechpartner genannt. Der springende Punkt: Die Firma „Greenzone Consulting“ ist international im Sicherheitsgeschäft unterwegs, bietet ausweislich ihrer Internetpräsenz „Sicherheitsdienstleistungen für Personen und Objekte – auch und gerade in Krisen- und Spannungsgebieten“. Wörtlich heißt es dort:
„Das Sicherheitspersonal wird von uns überprüft, ausgebildet, ausgerüstet, eingesetzt und geführt. Die westlichen Einsatzleiter sind erfahrene ehemalige Angehörige westlicher Streitkräfte und Sicherheitsbehörden. Die internationalen Einsatzkräfte sind allesamt erfahrene ehemalige Militärangehörige. Es können bis zu ca. 600 internationale Einsatzkräfte bereitgestellt werden.“
Weiter heißt es bei Greenzone:
Für unsere Kunden aus allen Bereichen der Wirtschaft, des Staates, sonstigen Organisationen wie NROs und in der Entwicklungszusammenarbeit übernehmen wir alle Aufgaben, die der Risikominimierung bei Engagements in potentiell riskanten Umgebungen und einer effizienten und effektiven Umsetzung von Projekten jeder Art dienen. Als selbstständiges Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland sind wir Ansprechpartner für Unternehmen und andere Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Während wir einerseits sehr erfolgreich kritische Unterstützungsaufgaben für das Militär und zivile staatliche Institutionen übernehmen, sind wir in anderen Bereichen und für nicht-staatliche Auftraggeber nicht weniger erfolgreich aktiv: Sicherheit, Ausbildung, Entwicklung der Infrastruktur, Logistik, Life-Support, IT und Kommunikation. Mit diesen Fähigkeiten sind wir in der Lage, unseren Kunden End-to-End-Lösungen anzubieten – angefangen bei der Planung, der Personalanwerbung und Überprüfung über Reiseunterstützung, Empfang am Flughafen (einschließlich Transfer), Sicherheit (persönlich, statisch, elektronisch, Konvoi usw. ) bis hin zur räumlichen Verlegung (Luft und Land). Auch allgemeiner Life-Support wie der Aufbau von Unterkünften, Betrieb und Überwachung, Catering, IT und Kommunikation, Planung und Konstruktion zählt zu unseren Stärken.
Siehe auch NDR Beirtag: Söldnerfirma für Flüchtlinge? Streit in Osterode
Bringen wir auf den Punkt, mit welchen Leuten das Land Verträge abschließt: Schweiger und seine Söldner-Freunde kaufen ein Objekt, das der Eigentümer sowieso los werden will, machen mit geringen Mitteln daraus ein Flüchtlingsheim für etwa 600 Personen. Das Land Niedersachsen zahlt seit Juni 8.200 Euro pro Asylforderer und Jahr. Das sind bei 600 Untergebrachten rund 4,9 Millionen Euro pro Jahr.
Zusätzlich betreibt einer der Partner in genau jenen „Krisengebieten“, aus denen die „Flüchtlinge“ kommen, professionellen, militärischen „Sicherheitsschutz“ – übernimmt, wie er angibt, „Unterstützungsaufgaben für das Militär“. Heißt: Erst wird in den Ursprungsländern für die Vertreibung von Menschen unterstützt, um sie danach hier steuergeldfinanziert in Deutschland unterzubringen.
Das ist wie Geld drucken mit hilflosen Flüchtlingen auf Kosten des Steuerzahlers. Doch wer das Geschäftsmodell entlarvt, ist für Til Schweiger ein Nazi.




