Gold, Silber und Palladium gestern deutlich unter Druck. Silberpreis fällt auf 6-Jahrestief. Gold-Silber-Verhältnis erstmals seit Ende 2008 wieder bei 8. - Dollar wieder stärker.
Von Commerzbank Commodtiy Research
Gold, Silber und Palladium erlebten gestern einen rabenschwarzen Tag. Gold verlor mehr als 20 USD und notierte zwischenzeitlich unterhalb von 1.120 USD je Feinunze. Damit wurden alle Gewinne seit Ende letzter Woche wieder ausradiert. Gold in Euro fiel auf 980 EUR je Feinunze, den tiefsten Stand seit Anfang Januar.
Noch ärger traf es Silber, welches zeitweise um 5% nachgab und erstmals seit sechs Jahren kurzzeitig unter der Marke von 14 USD je Feinunze handelte. Das Gold-Silber-Verhältnis stieg daraufhin auf 80, was letztmals Ende 2008 während der Wirtschafts- und Finanzkrise der Fall war.
Palladium, welches bereits am Vortag um mehr als 6% eingebrochen war, setzte seine Talfahrt fort und markierte bei 520 USD je Feinunze ein 5-Jahrestief. Innerhalb einer Woche hat eine Unze Palladium somit 100 USD an Wert verloren. Einzig Platin konnte sich dem Abwärtssog entziehen und gestern sogar leicht im Plus schließen.
Nachvollziehbare Erklärungen für den gestrigen Ausverkauf zu finden, fällt schwer. Der US-Dollar und die US-Anleiherenditen stiegen gestern nach robusten US-Konjunkturdaten zwar kräftig. Allerdings ging dies nicht mit neuen Zinserhöhungserwartungen einher. Diese sind nach taubenhaften Kommentaren von Fed-Vertretern sogar noch weiter zurückgegangen.
Auch der gestrige kräftige Anstieg der US-Aktienmärkte um 4% kann als Erklärung nicht wirklich herhalten. Denn dieser erfolgte erst in den letzten beiden Handelsstunden und somit nach den Preisrückgängen bei den Edelmetallen. Eine Erklärung könnte sein, dass bei einer Verschiebung der Fed-Zinserhöhung auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr das Warten auf diese verlängert würde. Diese Unsicherheit ist schädlicher für die Edelmetalle als die Zinserhöhung selbst.



