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Kosovo schlägt Alarm wegen Massenflucht

Kosovos Außenminister will EU-Investitionen zur Drosselung des Flüchtlingsstroms. Kosovo sei "als Staat absolut sicher, Asylgründe gibt es nicht". Schuld an dem Exodus sind organisierte Schlepperbanden.

 

Vor dem Hintergrund der Westbalkan-Konferenz fordert der ehemalige Ministerpräsident und heutige Außenminister des Kosovo, Hashim Thaci, von der EU mehr finanzielle und wirtschaftliche Hilfen für den Balkan, um die Ursachen der Flüchtlingswelle zu bekämpfen. "Ich hoffe, die Einsicht setzt sich durch, dass die Probleme der wachsenden Zuwanderung am besten durch Investitionen auf dem Balkan gelöst werden können", sagte Thaci der "Bild" (Freitag).

"Wir sind Teil Europas. Und wir haben ein großes Entwicklungspotenzial, von dem die gesamte EU profitieren kann." Kosovo sei "als Staat absolut sicher, Asylgründe gibt es nicht", so Thaci weiter. "Es gibt bei uns pro Einwohner weniger Straftaten als in Deutschland. Auch Minderheiten wie Roma und Sinti stehen bei uns unter dem Schutz der Verfassung, sie haben sogar garantiere Sitze im Parlament."

Den zeitweise massiven Anstieg von Asylanträgen kosovarischer Bürger in Deutschland führt Thaci vor allem auf das Treiben organisierter Schlepperbanden zurück: "Viele Kosovaren träumen von einem Leben im Westen. Und sie wurden zum leichten Ziel von Schleuserbanden, die ihnen versprachen: Deutschland gibt euch Asyl, Arbeitsvisa, lukrative Jobs. Dann haben wir Anfang 2015 eine Kampagne gestartet, um die Lügen aufzuklären und massiv die Schleuser zu bekämpfen - mit Erfolg. Seit drei Monaten liegt die Zahl der Flüchtlinge, die aus Kosovo nach Deutschland kommen, bei unter 40 pro Tag", so Thaci weiter.

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