Putin hat die Unterstützung der USA für Rebellen in Syrien als illegal und ineffektiv kritisiert. - Genscher fordert Friedensinitiative für Syrien.
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Unterstützung der USA für Rebellen in Syrien als illegal und ineffektiv kritisiert. Diese Hilfen widersprächen den Prinzipien des modernen Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen, sagte Putin am Sonntag in einem Interview mit mehreren US-Fernsehstationen.
Zudem liefen von den USA ausgebildete Aufständische mit ihren Waffen zur Islamisten-Miliz IS über. Putin warb dafür, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen Terror-Organisationen zu unterstützen. Die Regierung in Damaskus müsse in die internationalen Bemühungen im Kampf gegen den IS eingebunden werden.
Putin soll am Montag nach einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York mit US-Präsident Barack Obama zusammentreffen. Russland hat in den vergangenen Wochen seine militärische Präsenz in Syrien deutlich ausgeweitet. Die USA werfen der Regierung in Moskau vor, der syrischen Armee mit Kampfflugzeugen, Panzern und anderer Ausrüstung zu helfen.
Genscher fordert Friedensinitiative für Syrien
Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) hat unter anderem die USA, China und Russland zu einer gemeinsamen Friedensinitiative für Syrien aufgerufen. "Syrien lehrt uns, dass der Frieden dort auch unser Frieden ist. Deshalb brauchen wir eine Friedensinitiative von Staaten, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen", sagte Genscher der "Welt am Sonntag": "Das verlangt die Teilnahme der ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates und auch vieler anderer."
Gefragt sei "ein neues Denken, nicht Abschottung", sagte Genscher. Er fügte hinzu: "Der weise Mann weise nicht die einen zurück und rufe die anderen herbei, sondern wende sich an alle mit Verantwortung." Bei den Atom-Verhandlungen mit dem Iran "konnten schwierigste Fragen beantwortet werden durch Zusammenwirken, Moskau inklusive. Warum soll das mit Syrien nicht der Fall sein?"
Genscher warb für eine verstärkte Kooperation des Westens mit Russland. Er verneinte die Frage, ob Russlands Präsident Wladimir Putin eine reaktionäre Politik betreibe, und sagte: "Putin ringt um die Position Russlands in einer neuen Weltordnung. 1990 waren Ost und West sich einig über die Charta von Paris für den großen Raum von Vancouver bis Wladiwostok. Wir sollten das 25 Jahre danach alle noch einmal gemeinsam versuchen und bekräftigen."



