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Börsen: Auf Messers Schneide

Der DAX handelt in der Nähe wichtiger Unterstützungslinien. - Die FED ist zögerlich mit einer Zinserhöhung. - VW und die Autoindustrie dürften auch diese Woche zu den entscheidenden Themen gehören. Insgesamt bleibt die Lage unsicher.

 

Von Jochen Steffens

Sie erinnern sich vielleicht noch: Ich hatte vor der Fed-Zinsentscheidung geschrieben, das beste Szenario für den Markt wäre, die Fed würde im September die Zinsen noch nicht anheben, aber zugelich relativ deutlich machen, dass es im Dezember zu einer Zinserhöhung kommen werde. Dieses Vorgehen würde die Unsicherheit aus dem Markt nehmen.

 

Fed zu zögerlich

Wie Sie wissen, hat die Fed zwar die Zinsen nicht angehoben, lies aber eine klare Aussage zu bald steigenden Zinsen vermissen. Zumindest der Markt hat die Aussagen der Fed als Hinweis interpretiert, dass eine Zinsanhebung in diesem Jahr noch nicht sicher sei. Und das wiederum wurde von den Analysten dahingehend interpretiert, dass die Fed unsicher ist, wie sich die US-Konjunktur weiter entwickelt.

 

Wie gesagt, Märkte mögen Unsicherheit nicht und so brachen die Kurse nach der Fed-Sitzung weiter ein. Nun behauptet die Fed zwar, sie würde nicht auf den Markt achten, sondern lediglich auf die wirtschaftlichen Daten – es gibt aber unzählige Hinweise, dass dem nicht so ist.

 

Und Donnerstag hat US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen auf eine Rede an der Universität von Massachusetts gesagt, dass sie, sowie die meisten ihrer Kollegen, eine Zinserhöhung später im Jahr für angemessen halten. Das ist der Hinweis auf den Dezember-Termin.

 

Die Reaktion des Marktes war eindeutig: Der Dollar und die Märkte stiegen prompt. Am Freitag gings mit dem DAX wieder nach oben. Es zeigt sich, dass die oben genannte Einschätzung mit der Unsicherheit sehr treffend war.

 

Das August-Tief hat erst einmal gehalten

Und damit sind wir beim DAX:

 

Der DAX hat am Donnerstag die 9.379er Marke mit einem Tief bei 9.362 Punkten ganz leicht nach unten verletzt (aber keineswegs nachhaltig) gleichzeitig aber noch oberhalb des August-Tiefs bei 9.338 Punkten gedreht. Damit hat die Rechteckunterkante gehalten.

 

Nach wie ist die Kuh aber nicht vom Eis. Es kann sein, dass nun lediglich die Mittellinie bei 9.862 Punkten von unten getestet wird oder schon früher neue Verkäufe einsetzen.

(Hinweis für den charttechnisch Interessierten: Bei einem Doppelboden, wie er hier evt. angenommen werden könnte, sollte die Bewegung symmetrisch sein und am Top des Bogens zwischen den beiden Tiefs eher rund verlaufen. In diesem Chart sieht es mehr wie ein „Wegbrechen“ der Kurse nach dem Zwischenhoch aus. Und das ist mit einer leicht höheren Wahrscheinlichkeit ein Hinweis darauf, dass die Unterstützung (das August-Tief) gebrochen wird.)

 

Ein erstes sehr zartes bulishes Signal wäre es, wenn diese Mittellinie überwunden wird. Dieses Signal würde unterstützt, wenn anschließend auch noch die 10.000er Marker zurückerobert werden kann. Ein erstes ernstzunehmendes bullishes Signal wird generiert, wenn das aktuelle Rechteck nach oben verlassen wird, also die 10.345er Marke und natürlich das Zwischenhoch bei 10.512 Punkten.

 

Direkt bearisher wird es selbstredend, wenn die 9.379er Rechteckuntergrenze und das August-Tief bei 9.338 Punkten unterschritten werden.

www.stockstreet.de

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