Bei einer Schlägerei in einem Flüchtlingsheim in Lübeck musste die Bundesweher zur Hilfe eilen. Im Fazit des Einsatzberichtes heißt es: „Abschließend muss darauf hingewiesen werden, dass die Lage vor Ort ohne die Kräfte der Bundeswehr nicht zu bewältigen gewesen wäre.“ - Vorwurf: Berichte über Gewalt in Flüchtlingsheimen werden bewusst zurückgehalten.
Die Kieler Nachrichten berichten darüber, dass Gewaltausbrüche in Flüchtlingsheimen bewusst zurückgehalten werden. Vorwürfe einer gezielten Zurückhaltung von Meldungen weist das Landespolizeiamt aber zurück. Täglich verfasste Lagebilder werden jedoch als „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ gekennzeichnet.
Offenkundig kommt es in den Erstaufnahmeeinrichtungen weitaus häufiger zu Konflikten, als bislang von Polizei und Landespolitik öffentlich eingeräumt worden ist. Den Kieler Nachricchten liegen unter anderem Einsatzberichte über Auseinandersetzungen in Rendsburg und Albersdorf vor.
Herausragend ist aber ein Bericht über eine „Gefahrenlage“ in der Unterkunft auf dem Lübecker Volksfestplatz, ausgelöst am 30. September vor dem Bürocontainer des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten. Aufgrund längerer Wartezeiten soll es laut LKA-Papier unter den Flüchtlingen zu „tumultartigen Szenen und lautstarken Streitigkeiten“ wegen Vordränglern gekommen sein.
Zeitweise sollen 100 bis 150 Personen beteiligt gewesen sein. Neben dem Sicherheitsdienst und Polizeikräften waren auch acht Soldaten der Bundeswehr im Einsatz. Im Fazit des Einsatzberichtes heißt es: „Abschließend muss darauf hingewiesen werden, dass die Lage vor Ort ohne die Kräfte der Bundeswehr nicht zu bewältigen gewesen wäre.“
733 Straftaten mit „Flüchtlingsrelevanz“ zählte das LKA allein im Lübecker Raum im Zeitraum vom 1. September bis 20. Oktober. In die Gesamtzahl flossen Straftaten ein, in denen Flüchtlinge entweder Opfer oder Täter waren. Wie viele Straftaten insgesamt in diesem Zeitraum in Schleswig-Holstein angezeigt wurden, konnte das Landeskriminalamt auf Nachfrage „aus technischen Gründen“ nicht sagen.



