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Österreich: Flüchtlingskrise eskaliert - alle wollen nach D

Bericht aus Österreich: Mehrere tausend Flüchtling haben seit Freitag die Grenze in der Südsteiermark passiert, von Slowenien und Kroatien kommen weitere nach. Samstagvormittag schätzte die Polizei, dass zwischen 5.000 und 6.000 Menschen den Grenzort Spielfeld zu Fuß erreichen dürften, insgesamt könnten es 7.000 sein - so viele wie bisher noch nie an einem Tag an der steirischen Grenze.


Diverse Zusammenfassungen aus österereichischen Medien vom Wochenende:

Etwa 3.000 bis 4.000 Menschen hielten sich laut unterschiedlichen Angaben Samstagmittag in Spielfeld auf, viele von ihnen hatten zuvor die Nacht im beheizten Zeltlager verbracht. Im Freien habe niemand schlafen müssen, betonte die Polizei. Nachdem es keine freien Plätze mehr gab, wurden Dutzende Menschen per Bus anderswo in der Steiermark untergebracht.

Allerdings campierten einige Flüchtlings dennoch im Freien, offenbar aus Sorge, sonst erst später weiterzukommen. Die Temperaturen sanken in der Nacht bis auf den Gefrierpunkt. Zahlreiche Menschen machten sich auch wieder zu Fuß auf den Weg Richtung Norden - mehr dazu in steiermark.ORF.at. Etwa 1.400 Menschen seien aus der Südsteiermark nach Kärnten gebracht worden, hieß es. Dort sind die Transitquartiere mittlerweile überbelegt - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

 

13.000 Menschen in 170-Einwohner-Dorf

Die Polizei gab die Zahl der Flüchtlinge, die am Freitag über Spielfeld und Bad Radkersburg über die Grenze gekommen waren, mit „zwischen 5.000 und 6.000“ an. Auf der slowenischen Seite der Grenze hielten sich Samstagfrüh nach offiziellen Angaben knapp 4.200 Menschen auf, die meisten davon waren über die grüne Grenze aus Kroatien gekommen. Im kleinen Grenzort Rigonce im Südosten des Landes kamen am Freitag und Samstag binnen 30 Stunden rund 13.000 Menschen über die grüne Grenze aus Kroatien an.

 

Wieder zu Fuß Richtung Norden

Den ganzen Freitag über hatten etwa Tausende an der steirisch-slowenischen Grenze angekommene Flüchtlinge versucht, auf eigene Faust nach Deutschland zu gelangen. Viele waren zu Fuß auf der Bundesstraße (B67) unterwegs, andere bewegten sich entlang der Bahngleise, auch in der Nacht.

 

Flüchtlinge entlang der Bahnstrecke

Am Freitagvormittag hatte die B67 sogar gesperrt werden müssen, weil Flüchtlinge - unter ihnen auch Kleinkinder - zu Fuß auf der Bundesstraße unterwegs waren. Von Spielfeld bis Leibnitz nutzten viele auch den Bahndamm, weshalb die Strecke Sentilj-Leibnitz eingestellt werden musste. Auch von Salzburg aus machten sich am Samstag rund 1.000 Flüchtlinge zu Fuß auf den Weg in Richtung Deutschland - mehr dazu in salzburg.ORF.at.

 

Absperrungen durchbrochen

Wie in den vergangenen Tagen auch hatten am Freitag Hunderte auf Busse wartende Flüchtlinge Absperrungen in der Sammelstelle Spielfeld durchbrochen. Sie wollten rascher nach Deutschland gelangen. Den Betroffenen war das Warten auf Busse für den Weitertransport zu lange geworden.

 

Hunderte warten immer wieder auf Busse zur Weiterfahrt

Tausende Ankommende konnten nicht registriert werden, weil der Andrang zu groß war: „Es herrscht zwar Registrierungspflicht, aber unter den momentanen Voraussetzungen kommen wir nicht nach“, erklärte Polizeisprecher Leo Josefus. Anzeigen könnten inzwischen Taxifahrten nach sich ziehen. Die, etwa durchgeführt von Wiener Transportunternehmen in der Südsteiermark, seien nicht erlaubt, heißt es - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

 

Landesregierung spricht von „dramatischer Lage“

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) bezeichnete die Situation an Ort und Stelle als mittlerweile „dramatisch“. Es müsse „endlich gehandelt werden, damit die Situation an der Grenze nicht endgültig eskaliert“, betonte er. Es dürfe nicht zur „Dauereinrichtung“ werden, dass Flüchtlinge zu Tausenden ungeordnet über die Grenze kommen. „Der Staat muss seine Grenze für die Bürger schützen und auch in einer solchen Notsituation in der Lage sein, dass es zu einem geregelten Ablauf der Zuströme“ komme, so Schützenhofer.

Die Gesamtsituation führt mitunter auch zu Nervosität in der Bevölkerung. Der Bürgermeister von Spielfeld, Reinhold Höflechner (ÖVP), sagte in der ZIB24, die lokale Bevölkerung sei „äußerst beunruhigt“, nachdem Flüchtlinge massenweise die Absperrgitter durchbrachen und sich auf eigene Faust ins Landesinnere auf den Weg machten - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Beitrag aus ZIB 24, 24.10.2015

 

Bürgermeister von Spielfeld-Strass zum Grenzchaos

Der Bürgermeister von Spielfeld, Reinhold Höflechner, berichtet von verängstigter Bevölkerung und chaotischen Zuständen. Er fordert funktionierende Zentren an den EU-Außengrenzen.

Angesichts Tausender Flüchtlinge auf den Straßen und der Polizei- und Militärpräsenz in der Region sagte Höflechner: „Sie müssen sich vorstellen, dass wir hier im Ausnahmezustand leben.“

 

Mehr Assistenzsoldaten aus dem Burgenland

Aus dem Burgenland wurden - nachdem sich die Situation dort etwas entspannt hatte - am Freitag zahlreiche Heeresfahrzeuge in die Steiermark verlegt, hieß es vom Militärkommando. Von den knapp mehr als 500 im Burgenland eingesetzten Assistenzsoldaten sollen etwas mehr als 200 dort bleiben, so Pressesprecher Oberstleutnant Andreas Jordanich. Eine Kompanie verbleibe in Nickelsdorf, eine halbe in Güssing. Das Jägerbataillon 25 sei hingegen komplett abgezogen worden. „Neues Schwergewicht ist die Steiermark“, so Jordanich.

 

Ergebnis zu „Asyl auf Zeit“ nächste Woche

Europaweit schlagen inzwischen immer mehr Länder einen schärferen Kurs ein. In Deutschland trat an diesem Wochenende das neue Asylrecht in Kraft. Auch Schweden verschärft seine Asylregeln. In Österreich laufen regierungsintern die Verhandlungen für ein „Asyl auf Zeit“. Nächste Woche soll es Klarheit geben - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Bulgarien, Serbien und Rumänien kündigten eine Schließung ihrer Grenzen für Flüchtlinge an, falls Deutschland und Österreich eine solche Maßnahme ergreifen sollten. Sie würden nicht zulassen, dass sich die drei Balkan-Staaten zu Pufferzonen für Migranten entwickelten, sagte Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borisow am Samstag nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Serbien und Rumänien in Sofia.
 

http://orf.at/m/stories/2305882/2305883/

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