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So lügt das ZDF: Bericht über Elsässer, Kopp & Co.

So richtig "entlarven" wollte das ZDF Jürgen Elsässer, dessen Magazin "Compact" und den Kopp-Verlag in dem Beitrag "Verschwörungstheoretiker machen Kasse". Das geht bei den öffentlich-rechtlichen Medien natürlich nicht mit Fakten, sondern durch Manipulation. Jede einzelne Szene, jede Frage zielte nur in eine Richtung. - Doch der Schuss des Beitrags ging denn auch voll nach hinten los: Reklame für Compact durch eine Reportage, wie sie dämlicher nicht sein könnte.

 

Die ZDF-Reportage gegen Elsässer & Co.: "Verschwörungstheoretiker machen Kasse" - eine bessere PR ist kaum vorstellbar. Die Reportage ein Flop und natürlich - wie bei öffentlich-rechtlichen GEZwangsfinanzierten Sendern üblich: reine Manipulation durch Weglassung von Fakten und gzieltes "Zurechtschneiden" von Aussagen - ohne dass der Zuschauer es merkt.

Besonders perfide: Das ZDF benutzt den Tod des angspülten kleinen syrischen Jungen mit einem Zitat Elsässers, das durch gezielte Auslassungen in einem völlig anderem Licht erscheint.

Fazit: Mit dem Zweiten lügt sich's besser.

 

 

Von Jürgen Elsässer

Die selbsternannten Entlarver der “Verschwörungstheoretiker” haben sich selbst entlarvt.

 

Am vergangenen Dienstag Abend holte das ZDF zum großen Schlag gegen COMPACT aus (1) – und landete mit Frontal-21 frontal auf der Schnauze. Aber wir wollen uns nicht beklagen. Dass in etwa acht Minuten allein über COMPACT hergezogen wurde, hat unseren Bekanntheitsgrad vermutlich so sehr gestärkt wie noch kein Medien-Bericht zuvor. Besonders günstig für COMPACT könnte sich erweisen, dass der Versuch, uns der Unwahrheit zu überführen, mit einem Eigentor geendet hat.

 

Der Reihe nach. Die Mainzelmännchen verweisen zunächst auf den COMPACT-Slogan “Mut zur Wahrheit” und fahren im nächsten Satz fort: „Dabei zeichnet COMPACT-Magazin und seinen Chefredakteur eher der Mut zu besonders üblen Unwahrheiten aus. Beispielsweise über den toten Flüchtlingsjungen Aylan am Strand von Bodrum.“

 

Zum Beleg werden aus meinem Vortrag bei COMPACT-Live am 24.9. in Dresden folgende Worte zitiert: 

„Keiner hat dazu gesagt, dass der Vater von dem Kind, der wollte einfach weg, um sich seine Zähne in Kanada richten zu lassen. Dafür hat er seinen toten Sohn geopfert, aber uns wurde suggeriert, wir seien an dem Toten schuld.“

 

Das ist Fälschung durch Auslassung! Wer das Originalvideo der Veranstaltung vom 24.9. (2) anschaut, kann unschwer feststellen, was ich wirklich gesagt habe:

„Keiner hat dazu gesagt, dass der Vater von dem Kind, der hat drei Jahre schon sicher in der Türkei gelebt, das war gar kein Flüchtling mehr, sondern der wollte einfach weg, um sich seine Zähne in Kanada richten zu lassen. Dafür hat er seinen toten Sohn geopfert, aber uns wurde suggeriert, wir seien an dem Toten schuld.“

 

Die fettgedruckten Worte hat das ZDF einfach rausgeschnitten, und zwar ohne diese Kürzung kenntlich zu machen. Der Zuschauer muss also den Eindruck haben, ich hätte diese Worte nie gesagt. Werte Kolleginnen und Kollegen vom ZDF, ist das Eure Vorstellung von journalistischen Standards? Hat man Euch nicht beigebracht oder habt Ihr “vergessen”, dass beim Zitieren jede Auslassung kenntlich gemacht werden muss? Denkt Ihr nicht, dass Ihr durch eine solche Zitierweise den Vorwurf “Lügenpresse”, den Ihr doch so gern widerlegen würdet, noch  unterfüttert?

 

Die weggekürzten Worte sind wichtig, deswegen wurden sie wohl so raffiniert rausgeschnitten: Sie zeigen, dass der Vater nicht aus einem Kriegsgebiet (Syrien/Kobane) flüchtete, sondern seit drei Jahren in der sicheren Türkei lebte. Ohne existenzielle Not überredete er seine Familie, sich auf einem Schlauchboot in tödliche Gefahr zu begeben – was dann seinem Sohn das Leben kostete!

 

Nicht existenzielle Gefahr für Leib und Leben trieb den Vater an, sondern der Wunsch nach Zahnimplantaten. Das ZDF behauptet, ich hätte die Quelle für diese Behauptung, ein Interview von Aylans Tante, “verfälscht”. Ach so? Lesen Sie hier das vollständige Transkript der Äußerung von Aylans Tante in besagtem CBC-Interview (3), ohne Auslassung:

“The situation is that Abdullah ((der Vater von Aylan)) does not have any teeth. Another story about it. So I been trying to help him fix his teeth. But is gonna cost me 14,000 and up to do it. He need teeth implant. So when I told him there is now way I can get you the money in one time because dentist need to get paid right away and Western Union usually – if I send them the money – they only allowed 1,000 at a time – not under their name of course – has to be a third person to collect the money and give it them. So I said to him, actually my dad, he come up with the idea, he said to me, “I think if they go to Europe for his kids and for our future, I think he should do that, and then we’ll see if he can fix his teeth.” And that’s what I did three weeks ago.”

 

Was sollte ich an dieser Aussage verfälscht haben? Sie sagt doch glasklar, dass der Fluchtgrund die Zahnprobleme des Vaters waren! Nur weil es Transferprobleme bei der Überweisung der Behandlungskosten gab, verfiel die Familie auf die letztlich tödliche Schnapsidee, deswegen ein Schlauchboot nach Europa zu besteigen… (Weitere Ungereimtheiten bei Frontal-21 können Sie im Artikel meines Kollegen Marc Dassen auf compact-online nachlesen).

Klar wird an diesem Beispiel: COMPACT hat den “Humanitätsschwindel” im Todesfall des Flüchtlingsjungen Aylan korrekt dargestellt. Gefälscht (durch Auslassung) und manipuliert hat hingegen Frontal-21.

via juergenelsaesser.wordpress.com

(1) Die Sendung ist noch bis nächsten Montag in der ZDF-Mediathek: http://www.zdf.de

(2) https://www.youtube.com/watch?v=qQZFg2AUTaY

(3) https://www.youtube.com/watch?v=mlygi8m1K3s

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