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Illegale Einreise: SPON-Reporter wird auf Lesbos verhaftet

EU-Außengrenze absurd: Ein deutscher Fotograf, der sich auf ein Flüchtlingsboot von der Türkei nach Griechenland schmuggelte um die Fahrt zu dokumentieren, wird bei der Ankunft auf Lesbos verhaftet. Grund: Illegale Einreise. SPIEGEL online mit einer "Aufzeichnung".

 

Ein ein deutscher Journalist wollte es wissen und begleitete angeblich Flüchtlinge vom Irak bis nach Europa. Dazu gehört bekanntlich die Überfahrt in einem unsicheren Schlauchboot - meist in Richtung der griechischen Insel Lesbos. Der voyeuristische Report ist natürlich journalistisch zweifelhaft - wie vieles beim SPIEGEL. Denn was wäre passiert, wenn das Boot untergegangen wäre? Hätte sich der Reporter dann der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht? Hätte er mit der Kamera draufgehalten?

 

Ist es mit journalistischen Regeln zu vereinbaren, das Leid anderer abzufilmen, ohne ihnen zu helfen - zum Zwecke der Steigerung von Verkaufszahlen? Doch der Journaille scheint wohl jedes Mittel recht.

 

Ganz zum Ziel ist der Reporter dann doch nicht gekommen, denn er wurde bei Ankunft auf Lesbos verhaftet: Wegen illegaler Einreise landete er im griechischen Knast. Seine Mitfahrer hat er dagegen angeblich aus den Augen verloren. Sie sollen jedoch wohlbehalten in der EU angekommen sein.

 

Die Absurdität seiner Verhaftung wurde in dem Report jedoch nicht infrage gestellt. Die Begründung für die Inhaftierung entbehrt jedoch nicht der ungewollten Komik: "Weil er als EU-Bürger aus einem nicht europäischen Land illegal eingereist war".

 

SPON:

"Nach der Ankunft fällt bei den Flüchtenden die Anspannung relativ schnell ab. Die Gefahr ist erst mal überstanden. Aber es war ja schon Anfang November und deshalb auch schon sehr kalt. Als wir auf Lesbos gelandet sind, wurde ich direkt verhaftet, weil ich als EU-Bürger aus einem nicht europäischen Land illegal eingereist war. Ich wurde verhört und in eine Zelle gesperrt. Am nächsten Tag war die Gerichtsverhandlung, in der ich alles erklären konnte und freigesprochen wurde. Wegen der Verzögerung habe ich allerdings alle meine Mitreisenden von dem Boot verloren und auch auf der gesamten Reise nicht wiedergefunden."

 

Nachtrag: Es ist unklar, ob es sich tatsächlich um einen SPIEGEL-Reporter handelt oder ob der Mann im Auftrag des SPIEGEL unterwegs war. Fakt ist jedenfalls, dass seine Geschichte beim SPON "aufgezeichnet" wurde.

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