Ölproduktion im Südirak im Dezember auf Rekordniveau gestiegen. Spekukative Finanzanleger weiten Netto-Long-Positionen bei Brent trotz Preisverfalls weiter aus. - Gold steigt sowohl in USD als auch in EUR auf höchsten Stand seit Anfang November 2015. China importierte 2015 deutlich mehr Silber.
Von Commerzbank Commodity Research
Die Erholung der Ölpreise war nur von kurzer Dauer. Gestern gaben die Preise um mehr als 5% nach. Heute stehen schon wieder Verluste von 2,5% zu Buche. Sowohl Brent als auch WTI notieren damit wieder unter der Marke von 30 USD je Barrel. Ausgelöst wurde die neuerliche Verkaufswelle durch einen erneuten Anstieg der Risikoaversion. Zudem belasteten Nachrichten eines rekordhohen Ölangebots aus dem Irak.
So stieg die Ölproduktion im Süden des Landes laut irakischem Ölministerium im Dezember auf ein Rekordniveau von 4,13 Mio. Barrel pro Tag. Das entspricht einem Anstieg um knapp 500 Tsd. Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat. Hinzu kommt in den kommenden Monaten zusätzliches Öl aus dem Iran in ähnlicher Größenordnung, so dass das Überangebot am Ölmarkt gleich von zwei Seiten gespeist wird.
Dass andere Länder wie Saudi-Arabien oder Russland ihre Produktion freiwillig drosseln, kann angesichts der großen Löcher in den Staatshaushalten ausgeschlossen werden. Weiterhin Rätsel gibt das Verhalten der spekulativen Finanzanleger bei Brent auf. Diese haben ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 19. Januar um weitere 11,4 Tsd. auf 215,7 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, was dem dritten Wochenanstieg in Folge und dem höchsten Niveau seit Juli 2015 entsprach.
Die Long-Positionen haben sogar das höchste Niveau seit Mai 2015 erreicht. In den besagten drei Wochen ist der Brentölpreis um 25% auf weniger als 30 USD je Barrel gefallen. Die Anleger, welche auf eine Preiserholung gesetzt hatten, dürften auf entsprechend hohen Verlusten sitzen und in Preisanstiege hinein verkaufen. Dies könnte möglicherweise gestern das jähe Ende der Preiserholung mit ausgelöst haben.
Edelmetalle
Gold profitiert weiter stark von seiner Eigenschaft als sicherer Hafen und steigt heute Morgen auf rund 1.115 USD bzw. knapp 1.030 EUR je Feinunze. In beiden Fällen ist dies der höchste Stand seit Anfang November 2015. Schwache asiatische Aktienmärkte drücken die neuerliche Verunsicherung der Marktteilnehmer aus.
Auch erwies sich die Ölpreiserholung als kurzlebig (siehe Energie), so dass die Risikoaversion wieder spürbar zugenommen hat. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten daher gestern den sechsten Tageszufluss in Folge. Seit Jahresbeginn wurden die Bestände mittlerweile um 42 Tonnen aufgebaut. Wie schon in den letzten Tagen wurde auch gestern Silber von Gold mit nach oben gezogen, wobei es diesmal stärker zulegte als Gold.
Heute Morgen kostet Silber gut 14,3 USD je Feinunze. Silber ist im Vergleich zu Gold aber nach wie vor günstig, wie das Gold/Silber-Verhältnis zeigt. Dieses liegt bei 78 und damit nur unweit des Mehrjahreshochs von August 2015. China hat das niedrige Preisniveau offenbar genutzt und gerade in der zweiten Jahreshälfte deutlich mehr Silber importiert. Wie heute Morgen von der Zollbehörde veröffent



