Investorlegende Felix Zulauf sieht schwarz für die Aktienmärkte und befürchtet eine neue Finanzkrise. Grund: China. Insgesamt droht ein deflatorisches Szenario, das von Notenbanken nur schwer beherrschbar ist. - "Es ist möglich, dass unsere Papierwährungen kaputt gemacht werden."
Felix Zulauf, Schweizer Investorlegende, sieht schwarz für die Börsen. Grund: ein Kollaps in China, starke Abwertung des Renminbi und damit eingehende ein Crash der gesamten Schwellenländer. Was der amerikanische Immobilienmarkt in der Finanzkrise, sei China im aktuellen Zyklus. In Asien drohe ein Bankenkrise und ein Abwertungswettlauf, welche die globale Wirtschaft und die Börsen in Mitleidenschaft ziehe. - Die Vorboten sehen wir bereits bei den Bankenkursen, auch in Deutschland: Deutsche Bank und Commerzbank mit kräftigen Verlusten.
Für den DAX prognostiziert er einen Sturz auf 7000 Punkte oder tiefer, auch die Indices in den USA werden stark korrigieren mit einem S&P 500 bei 1200-1400 Punkten. Für Gold ist der Guru moderat bullish, befürchtet jedoch in einem deflatorischen Szenario keine allzu großen Sprünge. Sollte sich die Krise jedoch zuspitzen, könnte Gold zunächst auf 1400 $ steigen.
Zulauf zu China Abwertung im Interview von Finanz und Wirschaft:
Die Implikationen wären verheerend. Asien ist die Produktionsstätte der Welt. Wertet China ab, werden die anderen Länder in der Region nachziehen, um ihre Wettbewerbsposition nicht zu gefährden. Damit werden aber alle Exportgüter aus dem asiatischen Raum massiv billiger. Dies führt zu einem Preisdruck, den auch die Konkurrenz im Westen spüren wird. Sie wird ihre Preise ebenfalls senken müssen, was Umsatz und Gewinn schmälert. Dadurch wird sie gezwungen, ihre Kosten zu reduzieren. Kostensenkungen haben dann Zweit- und Drittrundeneffekte auf andere Branchen. Eine Abwertung Chinas versetzt der Weltwirtschaft einen deflationären Schock.
Rat an Anleger:
Für Anleger heisst das, dass sie sich so defensiv wie möglich positionieren sollen. Ein hoher Bargeldbestand ist wichtig. In der Schweiz kann das wegen der Negativzinsen allerdings problematisch sein. Anleihen sind eine Option – wenn auch nicht in der Schweiz. Ich kaufe dreissigjährige US-Staatsanleihen, die immerhin 2,8% abwerfen, und bewirtschafte das Dollarrisiko.
Papierwährung könnten kaputt gemacht werden:
All diese Probleme sind deflationärer und nicht inflationärer Natur. Und in der Deflation ist Gold keine gute Anlage. Ich weiss nicht, wie die Zukunft aussieht, aber es ist möglich, dass unsere Papierwährungen kaputt gemacht werden. Sobald es zu globalen Systemrisiken kommt – wie erwähnt halte ich eine Bankenkrise in Asien für wahrscheinlich –, hat Gold seinen Platz im Anlegerportfolio. Ich erwarte 2016 eine substanzielle Bewegung im Goldpreis, glaube jedoch nicht, dass es bereits der Beginn eines neuen, langfristigen Bullenmarktes ist. Aber ich bin gerne bereit, meine diesbezügliche Meinung zu ändern. Vorderhand erwarte ich eine kräftige Bewegung Richtung 1400 $, und dann sehen wir weiter.



