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China: Tag der Abrechnung rückt näher

Das chinesische Bankensystem wurde auf 34,5 Billionen Dollar aufgebläht, mehr als das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts. Das Land ist nun reif für einen Ausfallzyklus. Dieser jedoch könnte dramatische Folgen für das Finanzsystem haben. Das Beben an den Börsen und der Sturz der Bank-Aktien sind Vorboten.

 

Von Uli Pfauntsch

China ist einer der größten Krisenherde und gleichzeitig der gefährlichste. Kyle Bass, Gründer von Hayman Capital Management, wurde durch seine erfolgreiche Spekulation gegen die Subprime-Blase bekannt und seinem Rat, infolge der japanischen Notenbankpolitik auf einen fallenden Yen zu setzen. Seit Monaten schlägt Bass Alarm für das chinesische Bankensystem und den Yuan.


Warum seine Short-Spekulation auf den Yuan aufgeht, beschreibt Bass wie folgt: Das chinesische Bankensystem wurde auf 34,5 Billionen Dollar aufgebläht, mehr als das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts. Das Land sei nun reif für einen Ausfallzyklus, da sich bereits Risse in der Wirtschaft zeigen.

 

Sollte es dazu kommen, folgert Bass, wäre China gezwungen, seine 3,3 Billionen Dollar Devisenreserven anzuzapfen, um die Banken zu re-kapitalisieren. Das würde eine erhebliche Abwertung des Yuan auslösen. Mit Verweis auf den IWF, sagte Bass, dass China für einen reibungslosen Ablauf der Import-Export-Industrie mindestens 2,7 Billionen Dollar in Devisenreserven behalten müsse. „Sie werden diese Zahl in den nächsten fünf Monaten erreichte haben“, meint Bass. Wer meint, dass China seine Devisen bis auf null verbrennen könne und dann noch viele Jahre vor sich hätte, würde sich täuschen. Die Chinesen hätten nur noch ein paar Monate vor sich, ehe sie in die wirkliche „Gefahrenzone“ kommen.

 

Reset für die Welt

Die Einschätzung des Marktes, dass es vielleicht mit einer Abwertung von 10 Prozent getan sein könnte, bezeichnet Bass als „Wunschtraum“. Angesichts der Größe und der Ungleichgewichte in der chinesischen Wirtschaft, werden es am Ende 30 oder 40 Prozent sein – es das würde den „Reset“ für die Welt bedeuten, folgert Bass.

 

Bass hat keine Zweifel, dass die People’s Bank of China dazu in der Lage ist, die Finanzinstitutionen aus dem Feuer zu holen. Aber das Problem sei, dass die Bilanz der Notenbank um Billionen von Dollar steigen werde. Bislang seien zu wenige Marktteilnehmer auf das chinesische Bankensystem fokussiert, aber die Wahrnehmung werde dieses Jahr umschwingen. Man könne kein Bankensystem in 10 Jahren um 1.000 Prozent steigern, ohne einen Ausfallzyklus zu haben. Und die Währung werde nicht stark bleiben, wenn diese Bilanz korrigiert wird, so Bass.


Nach eigenen Angaben wettet der Hedgefonds-Manager mit einer „Milliardensumme“ auf einen fallenden Yuan.

 

Was tun?

Alles deutet darauf hin, dass wir uns am Beginn eines schmerzhaften, aber notwendigen Bereinigungsprozesses befinden. An den Aktienmärkten zeigt sich, dass in defensive Werte und Sicherheit umgeschichtet wird. Gold und Goldminen zählen seit Jahresbeginn zu den stärksten Asset-Klassen. Typische „Krisenaktien“ wie die Nahrungsmittel- und Konsumwerte, Nestle, McDonalds oder Procter & Gamble sind gefragt, ebenso wie der Telekom-Gigant AT&T.

 

Äußerst beunruhigend ist die Tatsache, dass es im europäischen Bankensektor offenbar „brennt“, aber kaum jemand darüber spricht. Einige Insider könnten bereits mehr wissen, als der Öffentlichkeit bekannt ist. Insofern ist nicht auszuschließen, dass wir eines Montags mit einem neuen „Lehman-Event“ aufwachen, das die Märkte in Angst und Schrecken versetzt. Offen bleibt, wie die EZB reagiert. Im obersten Stockwerk der Zentrale in Frankfurt, dürften die Sorgenfalten jedenfalls von Tag zu Tag größer werden.

 

Ich frage mich, was die EZB noch tun könnte. Noch mehr Geld drucken oder die Zinsen noch weiter ins Negative zu senken, bliebe vermutlich wirkungslos. Die einzige Möglichkeit wäre ein weiterer Tabubruch – der Aufkauf fauler Kredite und Schuldverschreibungen.

 

Die EZB hat bereits über 200 Milliarden Euro in Staatsanleihen investiert, hauptsächlich in die der Krisenländer Griechenland, Spanien, Italien und Portugal. Irgendwann müsste die EZB diese wertlosen Papiere aus ihrer Aktiva abschreiben und das Eigenkapital erhöhen. Und dann wäre die Bundesbank (und damit der deutsche Steuerzahler) verpflichtet, am meisten nachzuschießen.

 

Strategie:

  • Halten Sie noch Pulver trocken, um bei Dax & Co. zu sehr viel tieferen Kursen einzusteigen.
  • Setzen Sie auf Gold, Goldaktien (siehe mein Investman.de Tipp Harmony +200% seit Dezember) und auf defensive Dividendenwerte (Nahrungsmittel Aktien + ETF).
  • Die ideale Begleitung für Ihre Geldanlage mit Schwerpunkt Vermögenserhalt + Rendite, finden Sie bei www.sicheres-vermoegen.de. Kennenlern-Angebot für 99,00 Euro (12 Ausgaben + Updates).
  • Der Ölmarkt befindet sich bereits in der finalen Kapitulationsphase. Mehr und mehr Ölproduzenten werfen das Handtuch und stellen die Produktion ein. Bislang wurden von der globalen Ölindustrie Großprojekte im Volumen von mehr als 400 Milliarden Dollar gecancelt oder verschoben. Die Folgen dieser beispiellosen Streichungen werden noch bis weit in die 2020er Jahre zu spüren sein. Ich bin überzeugt, dass 2016 den Wendepunkt für einen der stärksten Öl-Boom-Zyklen seit Beginn des Ölzeitalters in 1850 markieren wird.

www.investman.de

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