Die EZB will 500-Euro-Scheine abschaffen. Dies ist klar der Anfang vom Ende des Bargelds - auch wenn die Politik abwiegelt. Am Ende steht der gechipte Mensch. Viele Untertanen finden das sogar gut. Schöne neue Welt. Es droht die Chip-Versklavung ohne Widerstand.

Von Urs Scheufele, Autor des Buches „Bargeldverbot und Cybergeld“
RFID – der Horror wird Realität – das Brandmal
Radio Frequency Identification (RFID) bedeutet auf Deutsch so viel wie Funkerkennung. Dieses technische System bietet äußert praktische Möglichkeiten, Gegenstände und Objekte durch Funksignale berührungslos zu identifizieren. Dabei steht der Begriff auch für die Übertragung von Daten mittels Funkwellen. Objekte werden anhand von bestimmten gespeicherten Daten identifiziert, wie zum Beispiel einer Seriennummer. Der Begriff RFID bezeichnet dabei nicht nur den RFID-Chip selbst, sondern auch die zum drahtlosen Informationsaustausch nötige Infrastruktur.
In den letzten Jahren haben sich die RFID-Systeme auf Grund ihrer steigenden Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit durchgesetzt. Sie können auf und in verschiedenen Dingen eingesetzt werden; beispielsweise auf Waren, in Tieren und sogar auch in Menschen.
Beim Einsatz von RFID spielt die Datensicherheit eine große Rolle, wobei entscheidend ist, wie die Daten gespeichert sind: direkt auf dem Chip oder über eine Nummer, die der Chip trägt und zu der Daten im System hinterlegt sind. Daten auf einem Transponder können jedoch von jedem abgerufen werden, der mit einem Lesegerät Kontakt zum Transponder aufbauen kann. Dabei können die im System hinterlegten Daten beispielsweise mit einer Firewall (Zugriffschutz für unberechtigte Computer) gesichert werden.
Aktuell wird häufig in den Medien über ein Hacking von RFID-Chips berichtet. Das ist vor allen bei kostengünstigen Transpondern möglich, denn diese besitzen keinen oder nur einen geringen Schutz gegen unerlaubtes Auslesen. Die auf dem Chip gespeicherten Daten können auch „belauscht“ werden, d.h. die Datenübertragung zwischen Transponder und Lesegerät kann ohne größeren technischen Aufwand mitgehört werden.
Da sensible Daten meistens nur über kurze Distanzen übertragen werden, müsste das Lesegerät nah an die Übertragung gebracht werden. Die abgehörten Daten sind außerdem meist verschlüsselt. Beim deutschen Reisepass z.B. mit 224 Bits. Dabei gilt: das Abhören der Datenübertragung sowie das unbefugte Auslesen von Transpondern ist durch Regelungen im Bundesdatenschutzgesetz, dem Telekommunikationsgesetz und dem Strafgesetzbuch untersagt.
Aber wer kann das kontrollieren?
Bei RFID-Systemen gibt es spezifische Probleme im Vergleich zu anderen ID-Systemen, wie Identifikation ohne Sichtkontakt oder Berührung, weltweit eindeutige Identifikation von Objekten, Speicherplatz für zusätzliche Daten und den Mehrfachzugriff. Daraus ergeben sich folgenreiche sicherheitsrelevante Konsequenzen. So sind ein unbemerktes Auslesen von Daten und das Wiedererkennen individueller Objekte problemlos möglich. Der Einsatz von RFID-Systemen ist mit erheblichen Risiken verbunden; trotzdem ist es die Hoffnung der Finanzindustrie.
Ein RRID-Tag (engl.) ist ein Transponder zu Speicherung der Daten, die zur Übertragung an RFID-Lesegeräte codiert werden. Durch Hacker-Angriffe auf den Transponder werden unautorisierte Schreibzugriffe auf die Daten des Tags oder seine Identität (ein neues Tag wird als Duplikat des alten hergestellt oder durch ein Gerät das Tag emuliert) gefälscht.
Der Transponder wird durch unautorisierten Gebrauch von Lösch- oder Kill-Befehlen, oder auch durch physische Zerstörung, unbrauchbar gemacht, das Lesegerät kann die Identität des Tags nicht mehr feststellen oder seine (des Tags) Anwesenheit im Lesebereich nicht mehr erkennen.
Darüber hinaus gibt es auch Angriffe auf die mechanische Verbindungsstelle: der Transponder wird vom Trägerobjekt getrennt und möglicherweise einem anderen Objekt zugeordnet. Wie beim Umetikettieren von Waren im Supermarkt. Durch Angriffe auf die Luftschnittstelle kann die Datenübertragung abgehört, blockiert oder gestört werden. Auch die Identität des Lesegeräts kann gefälscht werden.
Die Bedrohungen liegen auf Seiten beider Parteien: der aktiven (des Betreibers des RFID-Systems) und der passiven Partei (in der Regel ist es ein Kunde oder Angestellter des Betreibers des RFID-Systems). Der Betreiber (beispielsweise die Eingangskontrolle im Fußballstadion) des RFID-Systems ist durch die Angriffe der passiven oder einer Drittpartei bedroht, also durch Konkurrenten, Wirtschaftsspione oder Cyberterroristen. Die passive Partei, also Kunden oder Angestellte, werden sowohl seitens der Drittpartei bedroht, als auch seitens der aktiven Partei. Diese kann die Daten zum Nachteil der passiven Partei nutzen oder weitergeben.
RFID-Chips werden auch lebendigen Objekten – Tieren und Menschen – eingepflanzt.
Schwedische Büroangestellte lassen sich beispielsweise freiwillig einen reiskornkleinen Chip einpflanzen und behaupten, der Chip würde ihnen das Leben einfacher machen. Da bereits die Übertragung ohne Nadeln praktiziert wird, ist es durchaus denkbar, dass viele von uns nicht wissen, dass sie bereits einen RFID-Chip in sich tragen.
Bei der Tieridentifikation ist das schon längst eine willkommene Erleichterung. So haben Forscher der Universität Würzburg zur Verhaltensbeobachtung bereits Bienen mit RFID-Tags ausgestattet. Was hält Staaten und Regierungen davon ab, dass jedem Bürger ein Chip implantiert wird, um die Menschen kontrollieren zu können?
Der frühere amerikanische nationale Sicherheitsberater Zbigniew Brzeziński, der als einer der mächtigen Hintermänner der amerikanischen Außenpolitik gilt, befürwortet in einem 1982 erschienenen Buch die Kontrolle der Bevölkerung durch die herrschende politische Klasse mithilfe moderner elektronischer Technologien. Jeder Bürger kann praktisch überwacht werden, und ständig aktualisierte elektronische Akten liefern die persönlichsten Informationen über jeden Menschen.
Der implantierte Chip ermöglicht damit die totale Überwachung und Kontrolle. Sogar Gefühle und das Denken könnten manipuliert und kontrolliert werden; und dies alles Dank modernster Kommunikationstechniken.
Auszug aus dem Buch „Bargeldverbot und Cybergeld“ von Urs Scheufele
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